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Stromerzeugung in Schwerin Tüftler schwört auf Wasserkraft

Von METT | 13.12.2016, 09:00 Uhr

Helmuth Winterfeld möchte seine selbst gebauten Energieförderbänder weiterentwickeln – und benötigt dazu Hilfe

Die Wasserkraft zu Strom machen: Das hat am Aubach bei Kirch Stück geklappt und auch an der Warnow bei Vorbeck – mit Hilfe von zwei Energieförderbändern, die Helmuth Winterfeld eigenhändig entwickelt und auch selbst zu Wasser gelassen hat. „Das war schon ein tolles Gefühl, als das Dynamo genügend Strom erzeugte und die Lampe das erste Mal leuchtete“, erzählt der 82-jährige Schweriner.

Die Leidenschaft für die Wasserkraft hat den Baufachmann und Projektentwickler aber erst vor zehn Jahren gepackt. „Das war in einem Urlaub im Harz“, erinnert sich Winterfeld. Neben einem Wanderweg rauschte die Selke mit vier bis sechs Metern pro Sekunde zu Tal. Winterfeld ging ein Gedanke durch den Kopf: Was für eine Kraft, die da ungenutzt bleibt. Und dieser Gedanke ließ den Tüftler nicht mehr los. Das erste Energieförderband war schnell zusammengeschraubt. „Größtenteils mit Dingen vom Schrottplatz“, erinnert sich der Schweriner.

Doch das Basteln allein reicht Helmuth Winterfeld nicht. Er fing an, sich mit der komplexen Materie intensiv zu befassen. Fließgeschwindigkeit, Wassermenge, Tiefe und Gefälle des Flusslaufs – es gibt viele Dinge zu beachten. Winterfeld knüpfte zudem Kontakte zur Hochschule Wismar, zu den Universitäten in Rostock und Magdeburg, arbeitet in einer Gruppe von Fachleuten mit, die die Stromerzeugung an Fließgewässern voranbringen will. „Es muss ja nicht immer nur Wind sein“, fügt der 82-Jährige an. Nach einer Reihe von Versuchen sind vier Modelle übrig geblieben, die Helmuth Winterfeld für ausbaufähig hält und die auf seinem Hof stehen. Gern würde er die zur Serienreife führen. „Das kann ich mir als Privatperson aber nicht leisten.“

Schwer enttäuscht war der Schweriner, als er mit seinem Antrag auf Förderung beim Land keine offene Tür fand. „Dort hieß es, wir fördern nur Firmen“, erinnert sich der Rentner an ein Gespräch im Schweriner Wirtschaftsministerium. Das bestätigt Pressesprecher Gunnar Bauer. „Sobald eine Firma ein ernsthaftes Interesse an dem Vorhaben hätte, würden wir, vorausgesetzt die Vorgaben lassen es zu, die Firma unterstützen können“, fügt er hinzu. Winterfeld versuchte diesem Rat zu folgen. Doch die meisten Firmen hätten abgewinkt, ohne sich seine Projekte genauer anzuschauen. Für den 82-Jährigen ist das eine Folge der von vornherein eingeengten Förderpolitik bei den erneuerbaren Energien: „Wind, Solar und auch Biogas werden vorangetrieben. Alternativen wie die Wasserkraft haben hingegen keine Lobby.“

Helmuth Winterfeld ließ aber nicht locker. Inzwischen hat der Tüftler eine Einladung von den Schweriner Stadtwerken erhalten, Modelle und Unterlagen dort vorzustellen. „Wir haben zwar schon mal über Energiegewinnung aus Wasserkraft geredet, aber Thema war das bei uns bislang nicht, weil die Topografie dafür in Mecklenburg nicht die beste ist“, sagt Stadtwerke-Sprecher Aurel Witt. „Doch wenn ein Schweriner sich damit intensiv befasst, kann es ja nicht schaden, da mal einen Blick draufzuwerfen.“