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SVZ.Familientag beim Altstadtfest SVZ erklärt den Umgang mit Hass-Kommentaren beim Familientag

Von Marco Dittmer | 05.09.2022, 12:53 Uhr

Hunderte Kommentare, jeden Tag: Auf den SVZ-Internetseiten wird viel diskutiert. So manche Leserreaktion fällt dabei krasser aus. Wir erklären, was gelöscht und was moderiert wird.

SVZ-Artikel handeln häufig von Themen, die in der Gesellschaft hart diskutiert werden. Was vor einem Jahr noch die Corona-Maßnahmen waren, sind heute Inflation, Russland-Sanktionen oder auch lokale Themen.

Für Leser ist es dabei sehr einfach, ihre Meinung mitzuteilen. Wo früher noch ein Leserbrief geschrieben wurde, wird heute ein Kommentar unter den Internet-Artikel geschrieben. Schon seit Jahren machen deswegen Hass-Kommentare oder Aufrufe zur Gewalt immer wieder Schlagzeilen. Beim SVZ.Familientag erklärt Chefredakteur Michael Seidel, Journalisten aus den Lokalredaktionen und das Livecenter, mit welchen Kommentaren oder auch Leserbriefen sie bei ihrer Arbeit konfrontiert werden.

Bei der SVZ überblickt seit knapp einem Jahr ein Team alle Kommentare auf den verschiedensten Plattformen. Gerade bei politischen Themen muss dabei immer wieder eingegriffen werden. „Wir verteilen dann Gelbe und Rote Karten“, so der SVZ-Communitymanager. Weil es sich dabei auch häufig um persönliche Anfeindungen und oder gar Aufrufen zur Gewalt handelt, bleiben unsere Internet-Schiedsrichter anonym.

Mehr Informationen:

Das erwartet euch von 11 bis 17 Uhr auf der Bühne am Südufer des Pfaffenteichs:

  • Tanzvorstellung
  • Auftritt von Emma Alma
  • Hate Slam – die kuriosesten Leserbriefe und Kommentare an unsere Redaktion
  • Tanzworkshop
  • Auftritt von Mary Jane and Orchestra
  • Kinderprogramm mit Piet, Paula und Ole
  • Auftritt von Luis von The Voice of Kids
  • Pauken & Planeten
  • Abmoderation und Verabschiedung mit Maskottchen

Bei Gelben Karten erklären die Community-Moderatoren, worauf bei Kommentaren geachtet werden soll. „Bei uns darf keiner kommentieren, der nicht seinen Namen nennt“, so eine der SVZ-Richtlinien. Dabei können die Community-Manager nicht alle Namen überprüfen. In manchen Fällen kommt es aber vor, dass Vereine oder Gruppen Nachrichten schreiben. „Dann weisen wir darauf hin, dass das in Zukunft nicht mehr geht.“ Der Nutzer wird quasi angezählt.

Wieso manche Kommentare von der SVZ sofort gelöscht werden

Bei Roten Karten wird dagegen sofort gehandelt. „Das sind meist Gewaltaufrufe oder Beleidigungen gegen Personen. Diese verbergen wir sofort“, heißt es aus dem Livecenter. Dabei werden die Mitarbeiter auch zunehmend von verschiedenen Programmen unterstützt, darunter auch welche, die auf künstlicher Intelligenz basieren. „Dieses spezielle Programm wird weiter von uns angelernt. Wir füttern es mit Redewendungen und Begriffen und bewerten die Aussagen auch gleich“, so der Community-Manager.

Ziel ist es, dass das Programm in Zukunft erkennt, wenn beispielsweise bei Facebook unter einem SVZ-Artikel zu Gewalt aufgerufen wird. Denn das passiert immer wieder, mehr noch aktuell. „Gerade jetzt, im Zuge der aktuellen Krisen, sind Hass-Kommentare wieder auf dem Vormarsch“, berichten die Mitarbeiter. Das Problem dabei: Je häufiger solche Hass-Kommentare geäußert werden, desto weniger melden sich ausgewogene Stimmen zu Wort.

Am Sonntag startet das Hate-Speech-Programm um 12.50 Uhr auf der Bühne am Südufer des Pfaffenteichs. 20 Minuten wird Chefredakteur Michael Seidel den Besuchern erklären, welche Shitstorms und Hass-Kommentare unsere Redaktionen aushalten. Und: Wie wichtig es dabei ist, die Meinungen der Leser und der Online-Community zur respektieren, aber eben auch zu moderieren. Das erklärt anhand von einigen Beispielen aus dem großen Archiv von SVZ-Leserbriefen und Internetkommentaren.

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