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Schwerin SPD holt in Schwerin alle Wahlbezirke

Von Juliane Haendschke / Bert Schüttpelz | 05.09.2011, 06:42 Uhr

Die Wahlen am Sonntag sind in der Landeshauptstadt reibungslos verlaufen, so das Fazit der Kreiswahlleiterin Angelika Gramkow.

Ihr besonderer Dank gelte allen Helfern in den Wahlvorständen, betonte sie. "Ich freue mich, dass im neuen Landtag fünf Schweriner vertreten sind und gratuliere Manuela Schwesig und Jörg Heydorn von der SPD zum Gewinn der Direktmandate sowie Henning Foerster, Helmut Holter und Silke Gajek, die über die Landeslisten der Linken beziehungsweise der Grünen gewählt wurden. Erschüttert bin ich, dass so viele Schweriner einer undemokratischen Partei, der NPD, ihre Stimme gegeben haben", sagt sie. Im Mueßer Holz erreichten die Rechtsextremen teilweise bis zu 14,5 Prozent der Stimmen.

Die Gewinner

Klarer Wahlgewinner in Schwerin sind die Sozialdemokraten, die nicht nur die beiden Direktmandate in den Wahlkreisen 8 (Schwesig) und 9 (Heydorn) gewannen, sondern deren Kandidaten auch in allen 73 Wahlbezirken und den zwei Briefwahlbezirken die Nase vorn hatten. In acht Wahllokalen bekamen sie sogar die absolute Mehrheit der Stimmen. Vor allem in der Paulsstadt und Weststadt konnte die SPD punkten.

Die Linken legten leicht zu. Im Wahlkreis 8 bekamen sie 17,6 Prozent der Zweitstimmen. Im Wahlkreis 9 landeten sie mit 21,5 Prozent noch vor der Union, die dort 17,4 Prozent auf sich vereinigte.

Die Bündnisgrünen setzten Achtungszeichen, holten in der Schelfstadt und Werdervorstadt bis zu 30,5 Prozent der Zweitstimmen, blieben aber in anderen Wahlbezirken unter fünf Prozent.

Die Verlierer

Verlierer der Wahlen ist die FDP, deren schwaches Abschneiden im Land sich auch in Schwerin widerspiegelt. Über die Fünf-Prozent-Hürde kam die Partei nur in einem Wahlbezirk - 051/Fritz-Reuter-Schule - bei den Zweitstimmen. Bei den Erststimmen schafften die Freien Demokraten bestenfalls 3,7 Prozent.

Doch auch die CDU musste Federn lassen. In mehreren Wahlbezirken auf dem Dreesch schrammte sie knapp an einstelligen Ergebnissen vorbei.

Auch die erstmalig zur Landtagswahl angetretenen Freien Wähler blieben weit hinter ihren Erwartungen. Sie kamen in nur sechs der 73 Wahlbezirke über die Fünf-Prozent-Hürde. Ihr bestes Ergebnis fuhren die Freien Wähler im Wahlbezirk 168/Kulturzentrum Freundschaft im Mueßer Holz mit 6,2 Prozent bei den Zweitstimmen ein.

Die Wahl-Beteiligung

Mit 55,2 Prozent haben bei der Landtagswahl nur etwas mehr als die Hälfte der wahlberechtigten Schweriner den Weg zur Urne genommen. Im Wahlkreis 8 gaben 28 100 Menschen - etwa 58,8 Prozent aller Berechtigten - ihre Stimme ab. Im Wahlkreis 9 waren es nur 51,6 Prozent. Damit lag die Beteiligung zwar über dem Durchschnitt von Mecklenburg-Vorpommern (51,4 Prozent). Allerdings setzten weit weniger Menschen in Schwerin ihre Kreuze als noch zur vorangegangenen Landtagswahl: Im Jahr 2006 waren es im Schnitt noch 63,5 Prozent. In einigen Wahlbezirken im Mueßer Holz lag die Beteiligung sogar unter 30 Prozent. Wahlleiterin Gramkow zeigte sich enttäuscht darüber: "Es wäre so wichtig gewesen, dass sich alle Schweriner politisch artikulieren", sagte sie.

Ob der Trend langfristig weg von der Urne und hin zur orts- und zeitunabhänigeren Briefwahl geht, bleibt abzuwarten. In Schwerin gaben insgesamt 8427 Bürger ihre Stimme per Briefwahl ab.

Bei Wahlleiterin Gramkow gingen aber auch Vorschläge zur Verbesserung der Abläufe ein. Vor allem neue Wahllokale sollten besser ausgeschildert und in einigen die Barrierefreiheit verbessert werden. "Wir werden diese Hinweise berücksichtigen", versichert sie.