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Trinkwasser schützen Sind die Kleingärten nicht ganz dicht?

Von GEST | 17.02.2014, 07:45 Uhr

Nachdem im vergangenen Jahr Bakterien im Trinkwasser gefunden wurden, will die Verwaltung die Sickergruben in den Sparten überprüfen

Gesundheitsalarm in der Landeshauptstadt: Im Mai vergangenen Jahres schrillten bei der täglichen Routinekontrolle des Trinkwassers im Wasserwerk Mühlenscharrn in Neumühle die Alarmglocken: Es wurden Enterokokken festgestellt, die eine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Sofort wurde ein Krisenstab einberufen und eine Warnung an die Öffentlichkeit gegeben. Nach wenigen Tagen war der Spuk vorbei. Woher die Bakterien allerdings kamen – die Schweriner Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft (WAG) fand keine eindeutige Quelle.

Jegliche Gefährdung des Schweriner Trinkwassers soll für die Zukunft ausgeschlossen werden. „Wir haben vom Technologiezentrum in Karlsruhe eine Gefährdungsanalyse für die Wasserwerke in Neumühle und Pinnow erarbeiten lassen“, sagt WAG-Chef Axel Krause. „Zwei prioritäre Risiken wurden ermittelt.“ Zum einen ist das die ehemalige Müllkippe Finkenkamp. Zum anderen sind es die Kleingärten im Nuddelbachtal, die in der Trinkwasserschutzzone II liegen.

Deshalb sollen nun abflusslose Gruben, in denen das Abwasser von Gartenlauben und Bootshäusern gesammelt wird, einer Dichtigkeitsprüfung unterzogen werden, um sicher zu stellen, dass ihr Inhalt nicht ins Grundwasser sickert. Doch die WAG kann derzeit nicht einfach losziehen und solche Kontrollen durchführen. „Dafür müssen wir die Abwassersatzung ändern“, sagt Baudezernent Wolfram Friedersdorff. „Das aber braucht Zeit.“ Frühestens im Herbst könnte eine neue Satzung vorliegen. Zu spät, so der Dezernent. Deshalb wird die Oberbürgermeisterin in Kürze eine so genannte Allgemeinverfügung erlassen. Damit können dann die Gruben auch von der WAG auf Dichtheit überprüft werden.

Dass das zu geschehen hat, steht schon jetzt in der Satzung. Verantwortlich ist der Grundstückseigentümer. In den meisten Fällen ist das die Stadt. Doch die darf nicht einfach Mitarbeiter in die Kleingärten schicken. Die bisherige Vereinbarung mit der Stadt sieht vor, dass die Dichtigkeitsprüfungen in Eigenregie des Kleingartenverbandes erfolgen. Doch der kommt offenbar nicht so recht voran. „Im Nuddelbachtal sind weniger als zehn Prozent der abflusslosen Gruben geprüft“, sagt Axel Krause. Er will das Verfahren jetzt beschleunigen. „Wir wollen selbst auch die Dichtigkeitsprüfungen durchführen.“ Das sei kein Misstrauen gegenüber den Kleingärtnern. „Aber wir müssen die Prüfungen schneller abschließen.“ Möglichst schon im Frühjahr, „wenn die Bewirtschaftung der Gärten beginnt“, sagt Baudezernent Friedersdorff. „Es geht jetzt vor allem um das Nuddelbachtal. Dort liegen die Brunnen in der Nähe.“

Axel Krause legt trotz der Eile, die jetzt an den Tag gelegt wird, Wert darauf: „Für das Trinkwasser in Schwerin besteht aktuell keine Gefahr. Wir wollen aber alle bekannten Risiken von vornherein ausschließen.“