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Cramon Sieben Brücken, sieben Probleme

Von Michael Schmidt | 28.09.2013, 03:08 Uhr

Über sieben Brücken kann man im Landkreis Nordwestmecklenburg bald nicht mehr gehen.

Denn sieben Bauwerke sind in einem unzureichenden Zustand, wie der Landkreis auf SVZ-Anfrage informiert. Und besser wird es auf absehbare Zeit wohl auch nicht werden. Denn mindestens sieben Millionen Euro sind für Sanierungen und Ersatzneubauten notwendig. Geld, das der Landkreis derzeit nicht hat. Nur 150 000 Euro werden jährlich für Brückensanierungen und Ersatzneubauten bereitgestellt. Mehr stellt der Kreistag hierfür nicht zur Verfügung.

Die sieben Brücken befinden sich bereits in einem derart schlechten Zustand, dass eine Sanierung aus Sicht von Fachleuten nicht mehr wirtschaftlich ist. "Auf Grund der bereits vorhandenen Trag fähigkeitseinschränkungen bzw. Vollsperrung sind hier kurz- bis mittelfristig Ersatzneubauten zu planen", erklärt Kreis-Pressesprecherin Petra Rappen. Die sieben Brücken stehen in Kneese, bei Börzow, Plüschow, Badow, Cramon, Neuburg und Hornstorf. Insgesamt ist der Landkreis für 25 Brückenbauwerke, eine Stützwand und eine Lärmschutzwand zuständig. In einem Turnus von drei Jahren muss der Landkreis die Brücken überprüfen. Im Ergebnis werden Zustandsnoten zwischen 1,0 und 4,0 vergeben. Die Auswertung der diesjährigen Brückenprüfungen ist zwar noch nicht abgeschlossen. Schon jetzt steht aber fest: Von den 25 Brücken befinden sich acht in einem sehr guten bis guten Zustand, zehn Brücken sind in einem genügenden Zustand. Bereits seit 2002 ist aber die Brücke an der Kreisstraße bei Cramon in Richtung Dalberg wegen des desolaten Zustandes gesperrt. Nur Fußgänger und Radfahrer kommen hier durch - mit Hilfe eines Provisoriums auf der alten Fahrbahn. Der Verkehr rollte über den Nienmarker Damm, der dafür nicht ausgebaut ist. Offenbar zeichnet sich hier eine Lösung ab. Derzeit werden umfangreiche Baugrunduntersuchungen durchgeführt sowie unterschiedliche Varianten erarbeitet, um die wirtschaftlichste und dauerhaftestes Variante zu ermitteln, informiert der Landkreis. Aber im Amtsbereich Lützow-Lübstorf gibt es noch ein zweites Sorgenkind: Für die Brücke an der K 25 in Badow musste die Tragfähigkeit auf 16 Tonnen begrenzt werden. Die Brücken sind nicht die einzigen Sorgenkinder im Bereich der Infrastruktur. Probleme gibt es auch bei den Kreisstraßen selbst. Auf etwa 90 Kilometern wiesen sie deutliche und starke Schäden auf. "Um diese Straßen neu auszubauen bzw. umfassend zu sanieren, wären zirka 80 Millionen Euro notwendig", hatte Petra Rappen bereits Anfang dieses Jahres verdeutlicht.