Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Schwerin Sie verwirklichen ihre Wohnträume

Von Juliane Haendschke | 23.03.2012, 05:35 Uhr

Im Spätsommer will Mike Mosters nebenan wohnen.

Neben seinem Wohnwagen entsteht sein Traumhaus auf der Krösnitz-Halbinsel. Im Jahr 2008 hatte er mit seiner Frau angefangen. Viel ist seitdem vor allem in Eigenregie entstanden. Er und seine Frau freuen sich besonders auf die große Wohnküche. Ihr Grundstück in Ostorf liegt in keinem typischen Neubaugebiet der Landeshauptstadt.

Anders ist das im Mühlenscharrn. Das Areal ist das größte zusammenhängende Neubaugebiet, das in den vergangenen Jahren in Schwerin aus dem Boden gestampft worden ist. Nur noch drei von 280 Wohneinheiten sind dort auf dem Markt, wie Bauamtschef Dr. Jürgen Reinkober erklärt. Eines davon haben wohl Johanna Grosch und Stefan Sowa erst vor wenigen Tagen erstanden. "Ich wollte unbedingt zwischen jungen Familien wohnen", sagt die 28-Jährige. Ihre zweijährige Tochter Larina buddelt aufgeregt im Sand. Dort wo das Traumhaus einmal stehen soll, wächst noch grünes Gras. Ihr Grundstück auf dem Mühlenscharrn ist noch unbebaut.

"Die große Nachfrage im Mühlenscharrn ist ein deutliches Zeichen für die seit Jahren anhaltende Flucht ins Eigenheim", sagt er. Auslöser seien die Wirtschafts- und die Eurokrise, die Menschen streben nach Sicherheit. "Eigentum vermittelt Sicherheit."

Da kann Johanna Grosch nur beipflichten: "Das Haus ist unsere Altersvorsorge." Auf 135 Quadratmetern soll die kleine Larina Weihnachten 2012 rumtoben können. Einen Kamin, ein Carport - die kleine Familie will sich mit dem Architektenhaus ihr Traumzuhause bauen.

In Schwerin sind in den vergangenen 21 Jahren etwa 4000 Eigenheime und Eigentumswohnungen hinzu gekommen. "Familien kehren zurück in die Stadt", sagt Reinkober. Das würden auch die Jahr für Jahr leicht ansteigenden Bodenpreise in der Landeshauptstadt belegen. Die Preise schwanken je nach Lage und vorhandener Infrastruktur zwischen unter 50 und bis mehr als 200 Euro pro Quadratmeter. Die meisten in Schwerin nachgefragtesten Grundstücke haben eine Größe von etwa 400 bis 650 Quadratmetern. Johanna Grosch und Stefan Sowa nennen 560 Quadratmeter Neumühler Boden ihr Eigen. Jetzt wartet viel Bürokratie auf das junge Paar. Im Mai hoffen sie, die Bodenplatte in Angriff nehmen zu können.

Während die Familien Mosters und Grosch an der Realisierung ihrer Träume bauen, entwickelt Reinkober mit seinen Kollegen in der Verwaltung neue Baugebiete, um die Nachfrage zu bedienen. Insgesamt sollen in den kommenden fünf Jahren Baugebiete für etwa 840 neue Gebäude auf den Schweriner Markt kommen. Filetstücke liegen unter anderem auf dem Areal der ehemaligen Waisenhausgärten. Insgesamt sollen dort 250 Wohneinheiten hochgezogen werden. "Allerdings wird es nach unseren Erfahrungen noch mehrere Jahre dauern, bis man dort etwas sieht", sagt Reinkober. Weitere Gebiete wie das ehemalige Polizeigelände in der Amtsstraße oder das "Neue Wohnen am Lankower See" befinden sich in der Planungsphase.

So verändert sich Schwerin und passt sich Stück für Stück an neue, moderne Wohnansprüche an. Der mutigste Sprung ist laut Verwaltung das in kubistischer Bauweise angedachte Wohngebiet am Lankower See. "Wir wissen noch nicht, ob sich genug Interessenten finden werden", sagt Andreas Thiele vom Bauamt. Zurzeit sucht die Stadt nach einem Investor, der die einzelnen Grundstücke erschließen soll.