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Konjunktur in der Landeshauptstadt Schwerins Wirtschaft boomt

Von BERT | 29.12.2017, 05:00 Uhr

Gewerbesteuern klettern auf deutlich mehr als 30 Millionen Euro – Unternehmen investieren kräftig und schaffen neue Arbeitsplätze

Das Jahr 2017 war ein gutes für die Wirtschaft in Schwerin. Mehrere große Unternehmen haben sich in der Landeshauptstadt neu angesiedelt, ortsansässige Firmen bauen ihre Produktionsstandorte aus. „Wir rechnen mit Steuereinnahmen von deutlich mehr als 30 Millionen Euro“, sagt Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum. Die Summe könnte sich sogar auf 35 Millionen belaufen. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren freute sich die Stadt über 20 Millionen Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer.

„Für mich ist bei dieser sehr positiven Entwicklung besonders wichtig, dass sie nicht nur aus Neuansiedlungen resultiert, sondern dass es auch den ortsansässigen Unternehmen über das gesamte Stadtgebiet verteilt gut geht und sie kräftig investieren. Das schafft Konstanz und sichert dauerhaft Arbeitsplätze“, betont der Vize-Oberbürgermeister. Deshalb schaut er auch sehr optimistisch ins neue Jahr. „Die Zeichen stehen auf Wachstum. Wir kümmern uns um Bestandspflege und führen bereits Erfolg versprechende Gespräche über weitere Neuansiedlungen“, erklärt Nottebaum.

Dabei profitiert Schwerin ganz offensichtlich von der Sogwirkung großer Unternehmen im Industriepark Göhrener Tannen. In strategischer Partnerschaft mit dem Flugsitzfertiger ZIM hat sich das Blechverarbeitungsunternehmen BVS Systemtechnik GmbH im Industriepark niedergelassen. In dem Neubau werden hauptsächlich Baugruppen für Flugsitze hergestellt. Der Rohbau für das neue Unternehmen steht, zahlreiche Gewerke sind mit den Fassadenarbeiten und dem Innenausbau beschäftigt. Die zweite Ansiedlung ist das Medizintechnikunternehmen Ypsomed. Aktuell laufen die Bauarbeiten für das neue Werk des Schweizer Unternehmens auf einer zehn Hektar großen Fläche. Ypsomed wird in Schwerin Pens und Insulin-Pumpen für die Selbstbehandlung von Diabetes herstellen. Die Firma plant, innerhalb von fünf Jahren 150 neue Stellen zu schaffen.

Auch die bereits im Industriepark ansässigen Unternehmen sind sehr zufrieden mit dem Standort und erweitern ihre Werke. Flamm-Aerotec hat in diesem Jahr seine Produktionsfläche auf 20 000 Quadratmeter verdoppelt. Der erweiterte Bürotrakt wurde vor wenigen Wochen bezogen. Das Investitionsvolumen betrug mehr als 21 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter ist auf 350 gestiegen. Flamm-Aerotec fertigt als Partner der Luftfahrtindustrie Blechumform- und Zerspanteile sowie Nietbaugruppen aus allen metallischen Werkstoffen wie Titan, Aluminium und Stahl - einschließlich der entsprechenden Oberflächenbehandlung. Hauptkunde des Unternehmens ist Airbus.

Die Firma PTS-Precision GmbH hat ebenfalls im Millionenbereich investiert. Durch die Verdopplung der Produktionsfläche auf 3800 Quadratmeter und die Aufstockung des Maschinenparks stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 40. Das Unternehmen hat sich zum größten Drehteilhersteller im Land entwickelt.

Stolz ist Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum aber auch auf die Entwicklung in den anderen Gewerbegebieten. In der Babenkoppel I wurde im Mai die Eröffnung der Betriebsstätte der Torsten Beth GmbH Vermietung-Vertrieb-Montage gefeiert. Bei der Schweriner Niederlassung der Dummer Vermietungen war Baubeginn für die Erweiterung der Betriebsstätte – ebenso bei der Spedition Matthiessen.

In der Babenkoppel II wurde in der August-Horch-Straße der Erweiterungsbau für Krauss-Maffai, den Produzenten von Linearrobotern, fertiggestellt. Rund 500 Roboter verlassen jetzt durchschnittlich im Jahr das Schweriner Werk. Das Unternehmen hat 60 Mitarbeiter.

Im Gewerbegebiet am Fährweg hat die Spedition Kruse ihre Niederlassung erweitert. Die ebenfalls dort ansässige Firma Mona Sojaland hat 1,9 Millionen Euro in ein neues Rohwarenlager investiert und baut jetzt für mehrere Millionen Euro ein neues Logistikzentrum. Etwa 78 Millionen Liter Milchersatzgetränke auf pflanzlicher Basis von Soja, Reis, Hafer, Dinkel, Mandel und Nüssen wurden bei Mona Sojaland in diesem Jahr produziert. Tendenz für die nächsten Jahre: erheblich steigend. Eine neue Produktionshalle baut auch die am Fährweg ansässige Kunststoffgranulat-Veredelungsfirma Germaat.

Richtfest wurde vor wenigen Tagen auch in einem anderen Gewerbegebiet gefeiert: Im zweiten Bauabschnitt des Technologie und Gewerbezentrums (TGZ) baut Leukhardt Schaltanlagen seine 1000 Quadratmeter große neue Produktionshalle. Parallel errichten dort auch die früher im TGZ ansässigen Unternehmen Mekofe und Human Med AG neue Firmensitze. Etwa die Hälfte des neuen, rund sieben Hektar großen Technologieparks steht für weitere Firmenausgründungen aus dem TGZ aber noch zur Verfügung.