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Altstadt Schweriner feiern laut gegen Rechts

Von Bert Schüttpelz | 02.09.2011, 09:41 Uhr

Der leidenschaftliche Gitarrist und langjährige Bandleader Ingo Schlüter, jetzt DGB-Vize im Bezirk Nord, bringt auf den Punkt, was viele tausend Schweriner bewegt, die gestern auf die Marstall-Halbinsel gekommen sind, und mit "Laut gegen Rechts - Nazis aus dem Takt bringen" wollen: "Wir haben so ein schönes, freundliches und weltoffenes Land.

Da können wir Nazis nicht gebrauchen."

Dieser Gedanke zieht sich durch die gesamte Veranstaltung, einen gigantischen Konzertmarathon, den so bekannte Sänger, Musiker und Bands wie Tim Bendzko, Luxuslärm, Polarkreis 18, Jenix, Les Bummms Boys oder Norman Sinn mit ihren Auftritten lautstark unterstütz en. Doch auch Schweriner Gruppen wie die Power Event Group (PED) oder Jump Style gehen auf die Bühne, zeigen Gesicht gegen Rechts, fordern mit guten Texten die Zuhörer auf, nicht blind den braunen Rattenfängern auf den Leim zu gehen. TV-Moderatorin Mo Asumang sorgt für Stimmung, bringt die Menge auf Trab. Charmant befragt sie die Spitzenkandidaten aller demokratischen Parteien, die auf der Bühne gemeinsam Front machen gegen Rechts und für hohe Wahlbeteiligung werben.

"Ich bin sehr froh, dass sich so viele Unterstützer für unseren ,Markt der Möglichkeiten gemeldet haben, unsere ,Wir-Meile spiegelt nun echte Vielfalt wider", sagt Hans-Heinrich Jarchow vom Veranstalter, der parteiübergreifenden Initiative "Wir. Erfolg braucht Vielfalt". Vereine, Verbände und Initiativen laden die Besucher zu Teilhabe an gesellschaftlicher Aktivität und zur Auseinandersetzung mit rechtsextremem Gedankengut ein, ein symbolischer Friedhof beispielsweise erinnert an die Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Mecklenburg-Vorpommern.

Rassistisches, diskriminierendes Den ken, das sich in den Stammtischparolen der Rechtsextremen wiederfinde, schade unserem Land, betont Jarchow. Darum sei es wichtig, dem auch offensiv entgegenzutreten. Ingo Schlüter wird noch deutlicher, er appelliert an die Besucher auf der Marstallwiese: "Nehmt Eure Freunde, Verwandten und Bekannten mit zur Wahl, macht Euer Kreuz bei einer demokratischen Partei und deren Kandidaten. Denn eine hohe Wahlbeteiligung garantiert, dass die Nazis am Sonntag um 18 Uhr in die Röhre gucken." Die gewaltige Resonanz auf "Laut gegen Rechts" macht Hoffnung, dass er Recht behält.