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Jung-Unternehmer Schülerfirmen suchen Nachwuchs

Von MARA | 26.02.2014, 16:00 Uhr

„Creative Tex“ gestaltet Postkarten, mit denen an Schulen im ganzen Land für das Wirtschafts-Projekt geworben werden soll

Auch Schülerfirmen haben Nachwuchssorgen: Damit geht es ihnen wie den großen Vorbildern im Land. Und genau wie diese gehen sie jetzt offensiv in die Werbung. Die Schweriner Schülerfirma „Creative Tex“ entwarf im Auftrag des Bildungswerks der Wirtschaft MV bunte Postkarten, die auf die Mitarbeit in einer Schülerfirma neugierig machen sollen. „Chef“ steht in hellen Lettern auf einem stilisierten Schlüsselloch, auf der anderen Seite der Karte ist der Schlüssel zu finden und ein Ansprechpartner für Schülerfirmen. Die Karten sollen bald in den Schulen im ganzen Land verteilt werden.

„Creative Tex“ hat seinen Sitz im Mecklenburgischen Förderzentrum für Körperbehinderte in Lankow und wurde im Jahr 2010 gegründet. Die erste Generation der Nachwuchs-Unternehmer hat bereits die Schule verlassen. In diesem Jahr musste Lehrerin Kirstin Labetzke nicht nur die Neuen einarbeiten, sondern gleich zwei externe Aufträge mit ihnen stemmen. Das Fazit des jungen Teams: Ganz schön stressig. Geschäftsführer Lucas aus der 9. Klasse haben dabei vor allem zwei Dinge überrascht: „Die Zeit rennt, wenn man eine Deadline hat, an der ein Projekt fertig sein muss. Und es ist spannend, wie schnell und gut man sich an neuen Computer-Programmen einarbeitet.“ Jennifer, die für eine Schweriner Firma ein Logo gestalten sollte, war überrascht, wie viele Änderungen ein Kunde verlangt und wie oft ein Kreativer seine Arbeit korrigieren oder komplett neu machen muss. Da der Auftrag noch nicht abgenommen ist, möchte Kirstin Labetzke den Namen der Firma lieber noch nicht nennen. Für Jennifer, die zurzeit in die 9. Klasse geht, ist nach diesem Hineinschnuppern ins echte Arbeitsleben aber klar: Sie möchte später einmal im Design-Bereich arbeiten.

Vier verschiedene Träger kümmern sich um die Schülerfirmen im ganzen Land, das Bildungswerk der Wirtschaft ist einer von ihnen. 33 Firmen betreut dieser Verein, Monika Riedel ist die Projektleiterin und hat auch den Auftrag für „Creative Tex“ ausgelöst. „Ich habe einen schriftlichen Auftrag formuliert, den die Jugendlichen auch schriftlich beantworten mussten – echtes Neuland für sie. Aber Schülerfirmen sollen ja einen möglichst realistischen Eindruck von der Wirtschaftswelt vermitteln.“ Die Felder, auf denen die verschiedenen Firmen arbeiten, seien sehr vielfältig, betont Riedel. Auch wenn sie sich manchmal mehr innovative Geschäftsideen wünschen würde. „Es fällt allerdings auf, dass die Schüler heute viel Wert darauf legen, nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch und sozial zu wirtschaften. Es ist ein gutes Feld für junge Menschen um sich auszuprobieren und zu erfahren, was man alles unter einen Hut bringen muss und kann.“ Die Schüler von „Creative Tex“ haben sich anfangs als reine Handelsunternehmer versucht und T-Shirts, Jacken, Regenschirme, Sweatshirts verkauft – mit oder ohne Schul-Logo. Jetzt haben sie sich zusätzlich an eigenständige Gestaltungsaufgaben gewagt. Was als nächstes kommt, das wird im Team abgestimmt. „Vielleicht ein Second-Hand-Shop“, sagt Kirstin Labetzke. „Genaueres wissen wir noch nicht. Jetzt wollen wir erst einmal durch schnaufen.“