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Mehr als 1000 Teilnehmer in Schwerin Polizei hisst Regenbogenfahne auf dem Christopher Street Day

Von Redaktion svz.de | 29.06.2019, 15:59 Uhr

Der Christopher Street Day erinnert an einen Schwulenprotest von 1969 in New York. Damals wehrten sich Demonstranten gegen Kontrollen und Schikanen der Polizei. 50 Jahre später hissen Beamte in Schwerin die Regenbogenflagge.

Mehr als 1000 Menschen haben beim Christopher Street Day (CSD) am Samstag in Schwerin für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen demonstriert. Unter dem Motto „Kein Zurück“ zogen nach Angaben der Polizei rund 1200 Teilnehmer in sehr ausgelassener Stimmung durch die Innenstadt. Der CSD Schwerin wolle mit dem Motto ein Zeichen gegen mögliche Rückwärtsbewegungen und einen zunehmenden Rechtspopulismus setzen, sagte Sebastian Witt von den Organisatoren.

Homosexuelle überdurchschnittlich häufig von Gewalt betroffen

Gleichstellungsministerin Stefanie Drese (SPD) erklärte, die Forderung „Kein Zurück“ müsse sehr ernst genommen werden „Die Anfeindungen gegenüber queeren Personen haben sich erhöht“, sagte sie nach Angaben eines Sprechers. Lesben und Schwule seien überdurchschnittlich häufig von Gewalt betroffen.

Bei dem Straßenfest war erstmals bei einem Cristopher Street Day im Norden die Landes- und die Bundespolizei mit einem Info-Stand vertreten. „Wir setzen (...) die Regenbogenflagge als Statement gegen Hasskriminalität und für Toleranz, Akzeptanz, Weltoffenheit und Vielfalt“, twitterte die Polizei.

In ganz Norddeutschland finden von April bis Ende August zeitlich versetzt insgesamt 18 Christopher Street Days statt, wie Witt sagte. Bundesweit seien es rund 90.

50 Jahre CSD

Der Christopher Street Day erinnert an Krawalle nach einer Razzia in der Szene-Bar „Stonewall Inn“ in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969. Schwule und Lesben wehrten sich erstmals gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen. Die Unruhen gelten als Initialzündung der internationalen Emanzipationsbewegung von zunächst vor allem Schwulen und Lesben.