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Plate Notfälle bedeuten mehr Arbeitsstunden

Von THME | 18.07.2018, 21:00 Uhr

Physiotherapeutin Ramona Papke aus Peckatel arbeitet täglich am Limit. 57-Jährige lobt sehr guten Kontakt zu den Ärzten in der Region

Um Ärzte und Therapeuten für das Landleben zu begeistern, haben Politik und Selbstverwaltung zwar einiges auf den Weg gebracht, dennoch fühlt sich jeder vierte Bewohner von der medizinische Versorgung abgehängt. In der Stadt ist es nur jeder achte. Zudem werden die Mediziner im Zuge des demografischen Wandels immer älter.

„Ich bin froh, dass vor fünf Jahren eine zweite Physiotherapie in der Gemeinde Plate ihren Praxisbetrieb aufgenommen hat“, gesteht Ramona Papke. Die 57-Jährige hat ihre vor 27 Jahren eröffnet, mit Alleinstellungsmerkmal. „Aber man kommt in die Jahre und die 12-Stunden-Tage fallen immer schwerer. Ich konnte das Pensum auf acht bis zehn Stunden herunterschrauben“, berichtet die aus dem Erzgebirge Stammende, die seit 32 Jahren im Ort lebt.

Zu ihr kämen Patienten aus Plate, Consrade, Peckatel und Banzkow, erzählt die Physiotherapeutin, die zu DDR-Zeiten der von der LPG in Aussicht gestellte Wohnraum in die Region gelockt habe. 1991 bekam sie von den Kassen die komplette Zulassung für ihre Praxis. „Ich bin voll ausgelastet, arbeite am Limit. Oft muss ich das Ausstellungsdatum fürs Rezept vom Arzt ändern lassen, um den vorgeschriebenen Behandlungsbeginn von 14 Tagen einzuhalten, was nicht immer gelingt. Notfälle schiebe ich nicht auf die lange Bank, sondern dazwischen. Sie bedeuten aber mehr Arbeitsstunden. Das ist für mich unbefriedigend“, betont Ramona Papke und lobt im selben Atemzug die sehr gute Zusammenarbeit mit den Ärzten in der Region. „So können wir gemeinsam die richtigen Behandlungskonzepte entwickeln.“

„Alle Physiotherapeuten in der Region sind völlig überlastet“, kritisiert Dr. Hans-Jürgen Schwarz aus Demen, der mit 23 Kollegen zum Ärztenetzwerk „Crivitz und Umgebung“ gehört.