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Städtebau Neue Ideen für den Güterbahnhof

Von TIWE | 13.02.2014, 08:00 Uhr

Ein städtebaulicher Wettbewerb für das einst als Buga-Gelände geplante Areal sieht Bebauung mit Wohnhäusern, Gewerbe und Einzelhandel vor

Eine weitere Brachfläche in reizvoller Lage könnte in vier Jahren Geschichte sein. Die Bahn will das einstige Güterbahnhofsgelände verkaufen. Ideen für eine Entwicklung gibt es bereits. „An diesem Projekt wird erstmals unsere Charta für Baukultur gelebt“, lobt Andreas Thiele, Abteilungsleiter Stadtentwicklung und Stadtplanung der Stadt. „Wir haben gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer, der Bahn, über einen Wettbewerb Ideen gefunden und werden mit einem Käufer die beste auch umsetzen.“

Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg für das Gelände, das vor mehreren Jahren schon einmal entwickelt werden sollte: Als „Hopfenbruchpark“ sollte es ein wichtiger Baustein im Konzept der Bundesgartenschau 2009 werden. Gescheitert ist das Vorhaben damals aus mehreren Gründen, unter anderem weil es keine Nutzung nach der Zeit als Buga-Areal gab, aber auch, weil die Bahn Verkaufserlöse erwartete, die das Buga-Budget überfordert hätten.

„Selbstverständlich haben wir gewisse Erlösvorstellungen“, sagt Wolfgang Stahnke, Projektleiter bei DB Immobilien. „Wir gehen von marktüblichen Preisen aus, die sich an der benachbarten Bebauung orientieren.“ Denkbar sei auch, dass das Gelände in Teilabschnitten verkauft werde.

Dem Grundgedanken des städtebaulichen Wettbewerbs wäre das allerdings weniger dienlich. Denn nachdem sich unter acht Architektenbüros das Büro „BS+ städtebau und architektur“ aus Frankfurt/Main in der Arbeitsgemeinschaft mit „el:ch Landschaftsarchitekten“ aus München/Berlin durchgesetzt hat, soll jetzt mit Einbeziehung des Siegers ein Bebauungsplan-Verfahren von der Stadt eingeleitet werden. Das dauert in der Regel eineinhalb bis zwei Jahre. Bei entsprechend positivem Votum der Stadtvertreter und der parallel erfolgten Anpassung des Flächennutzungsplanes – eine Wohnbebauung ist in dem industriell geprägten Bereich der Weststadt zwischen Bahnanlagen und ehemaligem KIW Vorwärts noch nicht vorgesehen – dürfte es weitere zwei Jahre dauern, ehe die ersten Bewohner einziehen können.

Vorgesehen sind etwa 80 Neubauten: freistehende Einzelhäuser, Doppelhäuser und Reihen- bzw. Stadthäuser sowie die gewerbliche Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Güterschuppens. Dieser soll auch als Schutz vor der Abstellanlage der Regionalzüge dienen. Denn dort werden nachts die Waggons gereinigt.

Stadtplaner und Jury loben am Gewinnervorschlag vor allem, dass die Landschaft aufgegriffen wurde und nicht die Idee der Umwandlung einer alten Industrieanlage. Bis zum 28. Februar sind die Pläne aller Architekten im Stadthaus zu sehen.