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Schwerin Nach Raubüberfall auf Kinder – Jugendlicher erneut unter Verdacht

Von ingo | 26.02.2014, 21:30 Uhr

Schweriner Vater hat Angst um 13-jährigen Sohn. Staatsanwälte prüfen Antrag auf U-Haft

Nach dem Raubüberfall auf zwei 13-jährige Jungen am vergangenen Sonnabend in der Schweriner Innenstadt soll einer der beiden Tatverdächtigen erneut zugeschlagen haben. Dem 16-jährigen Schweriner wird vorgeworfen, am Monatg – nur zwei Tage nach dem brutalen Überfall auf die Kinder – einen 16-jährigen Schüler vor einer Schule zusammengeschlagen zu haben. Die Strafanzeige der Eltern liegt der Schweriner Staatsanwaltschaft seit gestern vor, bestätigte Behördensprecher Stefan Urbanek auf Anfrage.

Der Vater von einem der beiden am Wochenende überfallenen Kinder ist empört: „Was soll denn noch passieren, bevor man so einen Gewalttäter aus dem Verkehr zieht“, sagte er gegenüber unserer Redaktion. Denn der mutmaßliche Schläger ist bei der Polizei kein Unbekannter. In 17 Fällen wurde und wird gegen den Jugendlichen ermittelt, erfuhr unsere Redaktion aus Polizeikreisen. Diebstahl und Körperverletzung seien die häufigsten Delikte. Dennoch wurde er am Sonnabend nach dem Raubüberfall wieder auf freiem Fuß gelassen. „Die Kinder haben vor ihm Angst“, sagte der Vater. Sie würden sich vor der Rache des Jugendlichen fürchten, wenn sie gegen ihn bei den Ermittlungsbehörden aussagen müssen.

Wegen des Überfalls habe die Staatsanwaltschaft am Sonnabend die Voraussetzungen geprüft, ob ein Haftbefehl zu beantragen sei, erklärte Stefan Urbanek. „Unabhängig davon, dass gegen Jugendliche nur in Ausnahmefällen Haft angeordnet werden darf, lag auch kein Haftgrund vor.“ Denn nach Aussage der Staatsanwaltschaft ist der Tatverdächtige trotz der zahlreichen Ermittlungen gegen ihn bisher noch nicht durch ein Gericht bestraft worden. Ein Verfahren wegen Diebstahls schaffte es zwar bis zur Hauptverhandlung, wurde dann aber vom Richter eingestellt. Nach der neuerlichen Attacke vom Montag will die Staatsanwaltschaft erneut prüfen, ob sie einen Antrag auf Untersuchungshaft oder auf Unterbringung in ein geschlossenes Heim der Jugendhilfe stellen wird.

Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, sagte: „In solchen Fällen muss der Staat eingreifen, um potenzielle Opfer und den gewalttätigen Jugendlichen vor sich selbst zu schützen.“ Gewalt gegen Kinder müsse entschieden begegnet werden. Denkbar wäre auch, dass die Jugendhilfe stärker aktiv wird.

Der 16-Jährige soll mit einem 14-Jährigen die beiden Kinder unter Androhung von Schlägen durchsucht und ihnen Handys und Bargeld abgenommen haben.