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Schlossfestspiele 2014 Nabucco zwischen zwei Riesenboxen

Von BERT | 06.02.2014, 12:00 Uhr

Theater stellt Bühnenbild der Schlossfestspiele vor: Alter Garten wird für die Verdi-Oper zum Spannungsfeld zwischen Babylon und Palästina

Für die Schlossfestspiele inszeniert das Theater in diesem Jahr die Verdi-Oper „Nabucco“. Premiere ist am 27. Juni. Gestern wurde das Bühnenbild vorgestellt. Zwei riesige Black Boxen werden den Alten Garten den Sommer über dominieren, sollen jedoch das Raumgefüge des historistischen Platzes nicht zerstören.

„Der große Raum des Alten Gartens ist ideal für diese Oper, denn sie braucht viel Platz, müssen doch zwei Welten dargestellt und in Beziehung zueinander gesetzt werden“, erläutert Bühnenbildnerin Romaine Fauchère, die aus Sion in der Schweiz kommt. „Durch die auf Schienen beweglichen Kulissenteile der Black Boxen können wir mehr als 20 verschiedenen szenische Räume schaffen.“

Das sei ausgesprochen wichtig, komme es doch nicht nur darauf an, die beiden großen Handlungsebenen Palästina und Babylon darzustellen, sondern die Oper erfordere auch den Wechsel zwischen Raum für Massenszenen und intimer Atmosphäre, ergänzt Regisseur Georg Rootering. Das Macher-Duo ist ein eingespieltes Team, die beiden haben bereits in Schwerin „Eugen Onegin“ auf die Bühne gebracht, verfügen aber auch Open-Air-Erfahrungen.

Dies spiegelt sich unverkennbar im Umgang mit dem riesigen Raum des Alten Gartens wider. Wichtig sei ihm, dass der historische Platz auch während der Schlossfestspiele als solcher erlebbar bleibe, betont Rootering. Deshalb werde die Bühne wieder in Richtung Museum gedreht und das Galeriegebäude und seine repräsentative Treppe in die Inszenierung einbezogen. Selbst Paul Friedrich muss seinen Sockel nicht räumen. „Wir haben die beiden Black Boxen – jeweils 31 mal 13 Meter groß – so angeordnet, dass das Denkmal aus den Sichtachsen heraus ist“, sagt Rootering. Die Kästen, aus denen noch weitere Kulissenteile hervorgezogen werden können, beherbergen zudem fast die gesamte Technik inklusive Beleuchtung und geben auch dem Orchester einen Platz mitten im Geschehen. „Dadurch wird es möglich, dass der Platz tagsüber nicht abgesperrt werden muss, sondern von Besuchern erkundet werden kann. „Wir möchten, dass der Alte Garten während der Schlossfestspiele als Begegnungsstätte genutzt wird, die die Einheimischen und Touristen neugierig auf die abendliche Oper machen soll“, erläutert der Regisseur. Toneinspielungen als Endlosschleifen mit Sequenzen aus der Oper, Bibeltexten, aber auch Informationen zu Schwerin und zum Platz sollen diese Funktionalität noch zusätzlich unterstreichen, kündigt Rootering an.

Zur Inszenierung selbst wollte der Regisseur zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht viel sagen, verriet nur soviel: Die Oper werde komplett auf Italienisch gesungen, vor den Szenen werde es aber kurze Informationen auf Deutsch geben. Eingebunden sind neben den Solisten des Theaters auch zahlreiche Gäste. Für die berühmten Chorszenen wird der Opernchor wie auch schon in den Vorjahren durch die Schweriner Singakademie sowie den Rachwal-Chor aus Polen unterstützt.

Nach der Premiere am 27. Juli folgen bis zum 3. August 21 weitere Vorstellungen. Gespielt wird mittwochs bis sonnabends um 21 Uhr, sonntags um 17 Uhr. Für jeder Vorstellung gibt 1700 Karten. Insgesamt sind bereits mehr als 12 000 verkauft. Karten gibt es an der Theaterkasse, Telefon 0385-53 00 123, im Internet unter kasse@theater-schwerin.de.