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Müll in Schwerin Mülltrennung kommt voran

Von BERT | 13.12.2016, 05:00 Uhr

Schweriner nutzen Wertstoffsammelbehälter besser als früher, produzieren aber dennoch 20 000 Tonnen Hausmüll jährlich

Die Überraschung war groß, als vor einigen Tagen eine Wandertheatergruppe in einer Schweriner Grundschule ein Lehrstück zur Mülltrennung aufführte: Für drei Viertel der Schüler war dieses Thema fremd. „Das ist gewiss nicht repräsentativ für die ganze Stadt. Die Schweriner machen bei der Mülltrennung gut mit“, fasst Martin Schulze, Betriebsleiter der Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) zusammen. Es gäbe sicher noch Potenziale, doch insgesamt stehe Schwerin gut da.

„Pro Jahr werden rund 20 000 Tonnen Hausmüll durch die SAS eingesammelt, vor Jahren waren das noch 30 000 Tonnen“, berichtet Schulze. Es zahle sich aus, dass die Wertstoffe gezielt gesammelt würden. Das werde von den Bürgern honoriert. Jüngstes Beispiel sei die Biotonne, die im vergangenen Jahr flächendeckend in der Landeshauptstadt eingeführt wurde. „Und in diesem Jahr haben wir bereits nach elf Monaten mehr Biomüll eingesammelt als im gesamten Vorjahr. Zum Jahresende werden wir die 7500-Tonnen-Grenze überschreiten“, sagt der SAS-Betriebsleiter.

Doch die Abfallentsorgung liegt in der Landeshauptstadt keineswegs nur in den Händen der SAS. Da die verschiedenen Leistungen einzeln ausgeschrieben werden, gibt es auch viele Akteure auf dem Müllmarkt. Das Einsammeln des Restmülls, also die Entleerung der grauen Tonnen, übernimmt die SAS, ebenso den Abtransport zur Deponie Ihlenberg. Das städtische Unternehmen mit rund 80 Beschäftigten ist auch für die Biotonnen und die Papiercontainer zuständig. Altglas dagegen wird von Alba eingesammelt. Die Gelben Säcke und die Wertstoffcontainer fallen in die Zuständigkeit des DSD, des Dualen Systems Deutschland. In Schwerin gibt es seit Jahren keine Sortier- und Weiterverabeitungsanlagen mehr, die Gelben Säcke werden zu großen DSD-Auftragnehmern in Hamburg und anderen Städten weitertransportiert. Wird beim Einsammeln der Wertstoffe durch die SAS entdeckt, dass Container offenkundig falsch befüllt wurden, gibt es Verwarnungen per Aufkleber, wie vor einigen Monaten in der Humboldtstraße (SVZ berichtete). Das funktioniere im Prinzip ganz gut. Weiterreichende Sanktionen oder Auseinandersetzungen vor Gericht wie in anderen Bundesländern habe es in Schwerin noch nicht gegeben. „Wir hatten aber in den großen Sammelbehältern auch schon Fahrräder, Radios und Fernseher drin. Das ist ärgerlich, sinnlos und teuer“, sagt Schulze. Und es sei überhaupt nicht nötig, weil es geeignete Entsorgungsmöglichkeiten in der Stadt gäbe. Dazu gehören die Recyclinghöfe in der Cottbuser Straße und im Ziegeleiweg und der Wertstoffhof auf dem SAS-Gelände in der Ludwigsluster Chaussee 72. Der ist wochentags von 9 bis 17.30 Uhr, sonnabends von 8 bis 13 Uhr geöffnet. „Außerdem kann jeder Schweriner Haushalt einmal im Jahr kostenlos Sperrmüll abholen lassen“, erläutert der Betriebsleiter. Das müsse nur zwei Wochen vorher angemeldet werden. Für eine kurzfristige Express-Abholung werde allerdings eine Gebühr erhoben.