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Weihnachten in Klein Rogahn Mit 60 PS statt Rentieren unterwegs

Von METT | 26.12.2017, 20:55 Uhr

Motorradfan überrascht seit 15 Jahren Kinder und Familien mit kleinen, süßen Gaben am Heiligen Abend

„Der Weihnachtsmann auf dem Motorrad. Das ist ja cool!“ Der neunjährige Luis kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Gemeinsam mit Tante und Onkel, Anni und Clemens Gehrke, macht der Junge aus Solingen gerade einen Spaziergang durch Klein Rogahn. Da hält ein BMW-Chopper neben der Familie. Der Weihnachtsmann sitzt vorne, ein prall gefüllter Geschenkesack steht festgeschnallt auf dem Soziussitz. „Gesegnete Weihnachten“, wünscht der Mann in Rot und schenkt dem Jungen einen kleinen Schoko-Weihnachtsmann. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist ja eine schöne Aktion“, bedankt Anni Gehrke. Die Familie ist zugleich neugierig und fragt nach: Warum machen Sie das? Woher kommen Sie? Und auch: Was ist das für eine Maschine? Der Mann auf der 60 PS starken Maschine lächelt in seinen angeklebten Bart hinein. Er kennt diese Fragen und antwortet freundlich, ohne sein Inkognito zu lüften.

Antworten hat der Weihnachtsmann dennoch parat, denn diese Tour am Nachmittag des 24. Dezembers macht er nun bereits seit 15 Jahren. Damals gingen die Kinder von Michael Polzin aus Groß Rogahn noch zur Schule. Und die erzählten von Mitschülern, bei denen die Bescherung sehr bescheiden ausfiel. So entstand bei dem bekennten Christen die Idee, mit ein paar kleinen Süßigkeiten Kinder zu erfreuen. „Inzwischen fahre ich nach dem Mittagessen am Heligen Abend zwei bis drei Stunden mit meiner BMW durch Schwerin und die Dörfer westlich von Schwerin umher, beschenke die Kinder, die mit mit Familien zum Gottesdienst unterwegs sind. „Es gibt nichts Schöneres, als das Staunen in den Kinderaugen zu sehen, wenn die Maschine stoppt und sie etwas geschenkt bekommen“, erzählt der 54-Jährige. Ganz bewusst verschenkt er nur kleine Süßigkeiten – einen Schoko-Weihnachtsmann, eine Lebkuchen, ein Tütchen Gummibären... „Die Geste zählt, die Kinder und ihre erwachsenen Begleiter sind überrascht und dankbar. Und etwas Nächstenliebe tut in dieser Zeit allen Herzen gut.“

Seinen Namen und seinen Wohnort gibt der Mann in Rot den Beschenkten nicht preis, denn der Zauber der Weihnacht soll wirken. „Ich erzähle den Kindern, ich wohne in Himmelfort, mache gerade meine Runde, die das Christkind und die Wichtel geplant haben.“ Und dass er auf einem Motorrad unterwegs ist, auch dafür gibt er eine Erklärung: „Die Rentiere müssen ja mal frei machen.“ Das Motorrad ermöglicht es zudem, am 24. Dezember eine große Runde zu drehen, von Kirche zu Kirche zu fahren. Auch dabei gibt es schöne Szenen: „Alle Menschen freuen sich sehr, mich auf dem Motorrad zu sehen, sie winken oder hupen freundlich.“ Die Weihnachtstour ist für den Rogahner inzwischen eine liebgewordene Tradition, die er fortführen will. „Bislang habe ich nur einmal überlegt , nicht loszufahren. Da goss es am 24. Dezember in Strömen.“ Doch auch damals drehte der BMW-Fahrer wie jetzt am Sonntag seine Runde und freute sich über die vielen, glücklichen Kinder, die er beschenken durfte.