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Wohnblöcke in Schwerin Mieter müssen nicht mehr frieren

Von Maren RamnkeHfer | 22.12.2016, 05:00 Uhr

In diesem Jahr verkaufte WGS-Wohnungen werden wieder beheizt / Leser und Politiker kritisieren Privatisierungen

Aufatmen in Wohnblöcken im Mueßer Holz und in Krebsförden: Die Heizungen laufen wieder, ein warmes Weihnachtsfest für mehrere 100 Schweriner scheint damit gesichert. Wie SVZ berichtete, sprangen die Heizkörper knapp eine Woche lang nicht an, die Wohnungen kühlten in den kalten Dezember-Nächten auf 13 Grad herunter. Sowohl ältere Leute als auch Familien mit Kleinkindern leben in den Blöcken. Die Wohnungsverwaltung vor Ort vertröstete die Mieter, Handwerker kamen in den ersten Tagen nach dem Ausfall nicht. Betroffen waren quasi zeitgleich Blöcke in der Kopernikusstraße, in der Kepler-, Einstein- und der Benno-Völkner-Straße. Sie alle waren im März von der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) an die Intown Wohnen Schwerin verkauft worden. Auf SVZ-Anfragen reagierte letztere nicht.

WGS-Chef Thomas Köchig hatte beim Verkauf noch betont, mit der Intown eine verlässliche Partnerin mit einem nachhaltigen Konzept für die Immobilien gewonnen zu haben. Auch heute steht er hinter dieser Aussage. „Ich habe im Moment keinen Grund, an der Bonität der Intown zu zweifeln“, so Köchig auf SVZ-Nachfrage.

Weil aktuell die weitere Privatisierung von WGS-Wohnungen – zum Beispiel in Lankow – Thema in der Schweriner Politik ist, reagierte auch die: „Unsere Befürchtungen, durch den Verkauf kommunalen Einfluss auf die Wohnsituation zum Nachteil der Bewohner aufzugeben, scheinen sich leider zu bestätigen. Der Eigentümer muss seiner Verantwortung gegenüber den Mietern gerecht werden“, sagt beispielsweise SPD-Fraktionschef Christian Masch. Das habe seine Fraktion in einem Brief an den Eigentümer deutlich gemacht.

In Leserbriefen und am Telefon empörten sich viele Schweriner bei der SVZ über das Verhalten des neuen Vermieters. Hans-Jürgen Fruhrieb, einer der ersten Mieter, die sich wegen es Kälte-Problems bei der SVZ meldeten, ist froh, dass die Heizungen jetzt wieder laufen. „Danke, dass die SVZ das Thema öffentlich gemacht hat.“