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Schwerin Mehrheit sagt: Versorgung ist gut

Von Bert Schüttpelz | 20.03.2012, 06:09 Uhr

Die SVZ-Fragebogenaktion, wie lebenswert die Schweriner ihre Stadt empfinden, hat erstaunliche Ergebnisse zu Tage gefördert.

Sicher sind statistische Angaben immer nur ein Durchschnitt, eine Verallgemeinerung, aber bei so vielen Antworten, freiwillig und oft auch anonym, zeichnen sich doch recht repräsentative Einschätzungen ab. Zur allgemeinen Versorgungslage gibt es klare Mehrheiten.Mehr als die Hälfte aller Antworten, genau 53 Prozent, bewerten die medizinische Versorgung als gut und besser. Nur 21 Prozent verteilen die Noten 4, 5 oder 6. Die betreffende Personengruppe ist aber richtig sauer.

Geklagt wird vor allem über viel zu lange Wartezeiten für Termine bei Fachärzten, insbesondere bei Augenärzten, Dermatologen und Orthopäden. Dies wird sich indes auch in Zukunft kaum ändern, was aber nicht an der Zahl der niedergelassenen Ärzte liegen dürfte, sondern eher an deren Budgets. "Die Statistik weist für Schwerin keine Unterversorgung auf", sagt Wolfgang Retzlaff, der Chef der Schweriner DAK. Da er aber das gefühlte Problem des Ärztemangels kenne, biete seine Krankenkasse Hilfe an: "Wir haben eine Hotline eingerichtet, DAK direkt hilft unter Telefon 01801 32 53 25 bei der Suche nach medizinischen Ansprechpartnern in der Region", versichert Retzlaff.

Simone Borchardt, Regionalleiterin der Barmer, sieht die Sachlage ähnlich. Auch sie rät den Versicherten, die Gesundheitskasse um Hilfe zu bitten. "Bei Terminengpässen helfen wir mit unserem Wartezeitenmanagement. Die Kollegen in den Kundencentern kümmern sich um einen Termin beim Facharzt. Durch Kontakte zu den Ärzten in unserer Region können wir meist sofort helfen. Das Kundencenter ist unter Telefon 0800 332060 120 kostenlos erreichbar."

Beim Thema Einkaufen fällt das Urteil der Schweriner indes ziemlich eindeutig und klar positiv aus: 71 Prozent bewerten das Angebot als gut und sehr gut, weitere 14 Prozent sind zufrieden und nur 15 Prozent vergeben schlechte Noten. Sie bemängeln vor allem das Fehlen hochwertiger Marken oder kritisieren die Konzentration von Supermärkten und Kaufhäusern in der City, worunter ihrer Meinung nach der Einzelhandel in der Altstadt leiden würde.

Deutlich differenzierter bewerten die Schweriner die Arbeit der Behörden, wenngleich auch dort immerhin 63 Prozent der SVZ-Leser das Prädikat befriedigend oder besser vergeben. Im Gegenzug bedeutet dies indes aber auch, dass ein Drittel der Schweriner unzufrieden ist mit der Arbeit der Ämter. Ihre Kritik ist vielschichtig, doch einige Punkte tauchen immer wieder auf und dürften der Verwaltungschefin Kopfzerbrechen machen: Ganz oben auf der Mängelliste steht Unfreundlichkeit von Verwaltungsmitarbeitern, gefolgt von Arroganz und Überheblichkeit. Kritisiert werden aber auch Entscheidungsun freundlichkeit der Behörden, lange Bearbeitungszeiten und Bürokratie. Besonders häufig taucht in der Bürgerkritik der kommunale Ordnungsdienst auf. Von fehlendem Fingerspitzengefühl bis zu vordergründiger Abzocke ist die Rede. Auch das Bauamt wird immer wieder benannt. Die Bürger kritisieren zu lange Bearbeitungszeiten und zu geringe Flexibilität.

Umfrage-Ergebnisse:

So bewerten SVZ-Leser die Versorgungslage: In der Rubrik „medizinische Versorgung“ vergeben 13 Prozent die Note 1 , 40 die Note 2 und 22 sagen „befriedigend“. Elf Prozent schätzen die Lage mit einer 4 ein, sieben Prozent mit 5 und vier Prozent vergeben die 6. Beim Thema „Einkaufen“ werden von 31 Prozent Bestnoten vergeben, 40 Prozent sagen gut und 14 Prozent befriedigend. Die Noten 4 und 5 verteilen jeweils fünf Prozent, zwei Prozent die 6.Mit der Arbeit der Behörden sind fünf Prozent sehr zufrieden, 29 bewerten sie mit gut und genauso viele mit befriedigend. Die 4 wird von 15 Prozent vergeben, die 5 von elf Prozent und die 6 von sieben Prozent der Teilnehmer.

Klinikum gilt als wichtiger Standortfaktor: Die Helios-Kliniken Schwerin sind ein Krankenhaus der Maximalversorgung. Mit ihren mehr als 1500 Betten sind sie nicht nur eines der größten Krankenhäuser, sondern auch einer der größten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern. Jährlich behandeln sie mehr als 55 000 Patienten stationär. Darüber hinaus wird eine große Zahl an Patienten ambulant versorgt, unter anderem in Spezialgebieten wie der Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie, Gefäßchirurgie und Hämatologie/Onkologie. Tagesklinische Behandlungsangebote der Frauenklinik, Pneumologie, Hämatologie/Onkologie sowie verschiedener Bereiche der Psychiatrie ergänzen das Leistungsspektrum.