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Schweriner Welterbe-Antrag Märchenschlösser auf getrennten Wegen

Von Maren RamnkeHfer | 17.06.2016, 23:00 Uhr

Besuch macht deutlich: Neuschwanstein und Schwerin werden sich nicht gemeinsam um Titel bewerben

Nein, König Ludwigs Märchenschlösser in Bayern und das Schweriner Residenzensemble wollen sich nicht in einem gemeinsamen Antrag um den Titel Unesco-Weltkulturerbe bewerben. Beide stehen auf der deutschen Tentativliste direkt hintereinander auf den Plätzen acht und neun, beide beziehen sich auf die Epoche des Historismus. Doch vor zwei Jahren wurde der Vorschlag vom Tisch gefegt. Trotzdem waren jetzt Toni Schmid und Dr. Andreas Baur aus München auf Welterbe-Tour in Schwerin. Gemeinsam mit ihren Kollegen vom Kultusministerium und Landtag MV schauten sie sich Schloss, Dom, die Schelfkirche, kurz: das Residenzensemble an. Nach der Tour ging es zum Fisch-Schmausen ins Freilichtmuseum nach Mueß, wo Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow die Delegation willkommen hieß. Gibt es nun doch eine Annäherung?

Nur ein bisschen: Man wolle im Gespräch bleiben, einander wieder besuchen, man findet die anderen sehr sympathisch, heißt es aus der Gruppe. Vielleicht kann Schwerin von der Erfahrung der Bayern in Sachen Welterbe profitieren. Denn dort gibt es bereits sieben Welterbestätten – Residenz Würzburg, Wieskirche in Pfaffenwinkel, Altstadt von Bamberg, Limes, Regensburger Altstadt, prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen, Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth – in MV erst zwei: Altstadt Stralsund und Wismar sowie die Alten Buchenwälder auf Rügen. Aber „Residenzensemble Schwerin – Kulturlandschaft des romantischen Historismus“ und „Gebaute Träume – Die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee des Bayerischen Königs Ludwig II.“ bleiben definitiv zwei eigene Anträge. „Die beiden sind wie zwei unterschiedliche Planeten“, sagt Kulturabteilungsleiter Toni Schmid vom Bayerischen Bildungsministerium. „Schwerin hat mehr zu bieten als nur das Schloss: Die weiteren Gebäude, die Kulturlandschaft und die Lage am Wasser sind hinreißend schön.“ Ihn versetze Schwerin in Urlaubsstimmung und fröhlich verabschiedeten sich die Experten.

„Ludwig II. hat seine Träume vor allem für sich selbst gebaut, als Enklaven ohne Sichtachsen. Das Schweriner Schloss ist in einen großen geschichtlichen Kontext eingeordnet, der jetzige Bau entstand zwischen Vormärz und Revolution. Das sind völlig unterschiedliche Ansätze“, sagt Schwerins Welterbe-Managerin Claudia Schönfeld. „Wir sind eigentlich glücklich, dass jeder seinen Antrag alleine macht.“