Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Berliner Projekt jetzt Auch in Schwerin Kunst aus dem Automaten

Von BERT | 20.12.2016, 08:00 Uhr

Margit Gulbin ergreift die Initiative und holt Berliner Projekt nach Schwerin in ihren Laden in der Wismarschen Straße

Überraschung für vier Euro: Wer am Kunstautomaten, der genauso aussieht wie sein großer Bruder für Zigaretten und auch so funktioniert, seine Münzen einwirft, bekommt ein kleines Geschenk von einem Künstler und eine Anregung. Denn das ist das Ziel des Projekts und der Unterschied zum simplen Kauf von Kunst, erläutert Lars Kaiser. Er ist Galerist in Berlin und Potsdam und einer der Initiatoren.

Die Idee von Kunstautomaten wird in Schwerin schon seit einigen Monaten diskutiert. Bislang war die Umsetzung an der Genehmigungsbürokratie gescheitert. Deshalb hat Margit Gulbin jetzt die Initiative ergriffen.

Die Künstlerin und Ladenbetreiberin lud den Galeristen Lars Kaiser ein, das Objekt bei ihr im Geschäft in der Wismarschen Straße, Ecke Arsenalstraße, anzubauen.

Kaiser nutzte die Gelegenheit, die Kunstautomaten-Idee näher vorzustellen: „Wir wollen Künstler und Kunstinteressierte zusammenbringen“, erklärt er. Dafür bestücken Kunstschaffende verschiedener Genres kleine Schachteln in der Größe von Zigarettenpäckchen mit Kunstwerken, zum Beispiel Bildern, Objekten, Fotografien, Textilien oder ähnlichem. Hinzu kommt eine Erklärung oder Erläuterung der Idee hinter der Kunst, die dahinter steht sowie eine kleine Künstlerbiografie mit den jeweiligen Kontaktdaten.

„Es ist ausdrücklich erwünscht, dass der Käufer Kontakt mit dem Künstler aufnimmt“, betont Lars Kaiser. So seien über das Projekt schon viele weiterführende Sachen entstanden, zum Beispiel, dass Kunden direkt beim Künstler einkaufen. „Wir haben Partner in vielen europäischen Ländern, so dass durchaus überraschende und spannende Sachen aus den Kunstautomaten herauskommen“, verspricht er.

Margit Gulbin ihrerseits hat nun einen zusätzlichen Anziehungspunkt in ihrem Laden, den sie gemeinsam mit zwei anderen Geschäftsfrauen betreibt. „Und ich habe mir schon überlegt, dass ich mich auch in das Künstlernetzwerk einklinken und selbst Schächtelchen befüllen werde“, verrät sie lachend.