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50. Todestag Kulturbund ehrt seinen Gründer

Von BERT | 19.10.2014, 16:00 Uhr

Zum 50. Todestag des Schriftstellers Willi Bredel laden Fachwerk und Buchhandlung Hugendubel zu einer Festveranstaltung ein

Willi Bredel, einer der renommiertesten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und Abgeordneter des Mecklenburgischen Landtages von 1947 bis 1949 gehörte im August 1945 zu den Mitbegründern des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands in Schwerin. Er war Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste und später auch ihr Präsident. Aus Anlass seines 50. Todestages hat das Schweriner Fachwerk im Kulturbund mit der Buchhandlung Hugendubel eine Festveranstaltung organisiert, um Leben und Werk des streitbaren Dichters zu würdigen. Sie findet am 6. November um 20.30 Uhr in der Buchhandlung am Marienplatz statt. Der Eintritt bei dem literarisch-musikalischen Abend ist frei.

„Willi Bredel war eine der bekanntesten Persönlichkeiten, die in Schwerin gewirkt haben“, sagt Klaus Israel vom Kulturbund. „Wir wollen mit unserer Veranstaltung seine Arbeit hier in Schwerin, aber auch sein literarisches Werk und seine politische Tätigkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.“ Entsprechend breit und facettenreich sei das Programm angelegt. Es trägt den Titel „Wehrt Euch! Lass Dir kein Unrecht gefallen“.

Den literarischen Rahmen bildet Bredels Novelle „Die Frühlingssonate“, die im Rostock der Nachkriegszeit spielt. Dazu werden mehrere vom Dichter selbst gelesene Ausschnitte eingespielt. Der Neubrandenburger Literaturwissenschaftler Dr. Wolfgang Hässner gibt Einblicke in die Biografie des Schriftstellers. Prof. Benno Pubanz aus Güstrow, selbst viele Jahre Vorsitzender des Kulturbundes, will diesen Teil aus Bredels Leben näher beleuchten. Dr. Reinhard Rösler aus Bad Doberan wird über das literarische Leben in Mecklenburg nach dem II. Weltkrieg bis zur Gründung der DDR berichten und dabei besonderes Augenmerks auf Willi Bredels Rolle darin legen. Die Schweriner Schriftstellerin Jutta Schlott hat ihren Vortrag betitelt mit „Meine Erfahrung mit Willi Bredel“. Das Spannende daran: Sie hat den berühmten Schriftsteller nie persönlich getroffen, sich aber sehr intensiv mit ihm beschäftigt. „Sehr interessant werden dürfte auch der Gastbeitrag der Willi-Bredel-Gesellschaft Hamburg zur Erbepflege werden“, verspricht Klaus Israel. „Der Blick aus dem Westen auf den Dichter, der auch in der DDR-Politik eine sehr aktive Rolle spielte – Bredel war viele Jahre Mitglied des ZK der SED – ist für eine ausgewogene Betrachtung gewiss sehr bereichernd“, erklärt Israel.