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Oldtimer in Schwerin Kultige Wagen trotzen dem Regen

Von VRAA | 30.07.2017, 20:30 Uhr

Bei der traditionellen Ausfahrt der Schweriner Opel- und Oldtimerfreunde eroberten 80 alte Boliden die Straßen und Herzen im Sturm

„Die Cabrio-Dächer müssen heute wohl leider zu bleiben“, sagt Hans-Peter Kruse und blickt enttäuscht gen Himmel. „Mit Sonne wäre die Ausfahrt natürlich schöner. Aber wir lassen den Kopf nicht hängen.“ Wir, das sind die Schweriner Opel- und Oldtimerfreunde, die am Sonnabend zum traditionellen Oldtimer-Treff am Berta-Klingberg-Platz geladen hatten. Rund 80 regenfeste Fahrer folgten dem Ruf der Autofreunde und präsentierten ihre Modelle aus den verschiedensten Jahrzehnten der Automobilgeschichte.

Einen der, wenn nicht sogar den ältesten Oldtimer hat René Kaspritzki aus Gadebusch in die Landeshauptstadt mitgebracht: Ein Opel 1.2 Liter von 1933, den er in fünf Jahren auf Vordermann gebracht hat. „Ich habe den Wagen in Berlin entdeckt, da war er ein komplettes Wrack“, erzählt Kaspritzki von den Opel- und Oldtimerfreunden. In aufwendiger Kleinarbeit hat er die Einzelteile des Wagens lackiert oder sogar neu angefertigt. „René hat dafür extra schweißen gelernt“, erklärt Freund und Vereinskollege Kruse.

Ebenfalls einen Wagen aus den 1930er Jahren, einen Peugeot 301 Typ D, nennt Hartmut Fröhlich aus Stade seinen ganzen Stolz. Gemeinsam mit Heike Steen ist der Oldtimer-Liebhaber stilecht mit Zylinder und feinem Zwirn angereist. „Das Auto ist fast noch im Originalzustand, ich musste nur ganz wenige Teile restaurieren“, erzählt Fröhlich.

Doch nicht nur Auto-Klassiker aus der Vorkriegszeit erregten auf dem Berta-Klingberg-Platz die Aufmerksamkeit der vielen Schaulustigen: Auch Traktoren, Lastwagen und Zweiräder ließen das Herz eines manchen Nostalgikers höher schlagen – und so manchen Besitzer von alten Zeiten schwärmen, wie Oberbürgermeister Rico Badenschier Der Schweriner Verwaltungs-Chef war mit seinem MZ ES 150 gekommen und durfte die Ausfahrt mit der Startnummer 1 anführen. „Mein Eisenschwein habe ich seit 18 Jahren“, erklärt Badenschier. Nach elf Jahren habe er gemeinsam mit einem Freund das Kult-Motorrad aus Zschopau wieder zum Leben erweckt.

Gemeinsam mit Kaspritzki, Fröhlich und den anderen Fahrern tourte Badenschier nach der offiziellen Wagenvorstellung durch die Schweriner Innenstadt. An verschiedenen Standorten, etwa am Alten Markt, mussten die Fahrer Sonderprüfungen absolvieren, bevor es über Sülstorf und Sülte wieder zurück an den Berta-Klingberg-Platz ging.