Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Schwerin Ihr Lachen schiebt dunkle Wolken weg

Von THME | 09.05.2018, 21:00 Uhr

Johanna Müller ist die gute Seele im Motorradgeschäft ihres Vaters

Jedes Unternehmen hat sie. Sie arbeitet gewissenhaft, verbreitet gute Laune und ist für alle Kollegen immer ansprechbar. Wenn Not am Mann ist, springt sie in die Bresche. Die Rede ist von der guten Seele der Firma. Sie kann Chefsekretär, Hausmeister oder leitender Angestellter sein. Diese meist stillen Helfer stellt die SVZ in der Serie „Die gute Seele der Firma“ vor.

Ihr fröhliches Lachen ist ansteckend und schiebt jede dunkle Wolke beiseite. Wenn Johanna Müller das Geschäft ihres Vaters betritt, scheint sprichwörtlich die Sonne aufzugehen. Knurrhähne haben in Nähe der 31-Jährigen keine Chance.

„Ich habe fast immer gute Laune“, bekennt die gebürtige Schwerinerin, die sich mittlerweile in den USA genauso zu Hause fühlt, wie im heimischen Görries, dort wo Udo Müller die Kulteisen aus Milwaukee verkauft, repariert und am Laufen hält.

„Sie ist sehr korrekt, ehrlich und achtet auf das Geld. Ich habe noch nie erlebt, dass sie sich irgendwie verbiegt. Ihre aufrichtige und herzerfrischende Art lieben die Kunden, die sind von ihr begeistert“, erzählt der Firmenchef, der vor einem Vierteljahrhundert in das Motorradgeschäft eingestiegen ist – seit 18 Jahren auch als offizieller Harley-Händler. Dass der 59-Jährige kurz nach der Wende für ein paar Monate bei Harley in der Produktion gearbeitet hat, wissen nicht viele Kunden.

„Ich mache sämtlichen Bürokram, kümmere mich um Abrechnungen, bediene den Computer und halte unsere Internetseite und Facebook auf dem neuesten Stand. Ich bestelle auch sämtliche Kleidung. Mein Vater kann sich so auf den Verkauf der Maschinen konzentrieren, die Reparaturen und den Service“, erklärt Johanna Müller, die nicht nur Kauffrau für Finanzen und Versicherungen ist, sondern auch drei Jahre lang ihren Betriebswirt gemacht hat. „Ich habe mit sechs Jahren das erste Mal auf einer Harley gesessen. Das war bei meinem Onkel. Als Kind bin ich auch immer gern zur Super-Rallye nach Norwegen und Schweden mitgefahren. Ich bin praktisch in der Bikerfamilie aufgewachsen“, lacht die junge Frau, die heute alle Vorführer ausprobiert und mit ihrem Testurteil auch schon den ein oder anderen Kunden überzeugen konnte. Sie könne immer die allerneuesten Modelle fahren, schwärmt Johanna Müller. „Richtig Blut geleckt habe ich aber in Nashville bei einer Händlertagung vor vier Jahren. Vor elf Jahren war ich das erste Mal überhaupt mit einer Sportster in Milwaukee unterwegs, im Mutterland der Harley. Das war schon echt abgefahren.“

Mit ihrem Vater verstehe sie sich fast wortlos, berichtet Johanna Müller. Auch wenn sie beide echte Dickschädel seien. Ihre eigene Maschine habe sie bisher noch nicht gefunden.