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Banzkow „Ich möchte nirgendwo anders sein“

Von kmue | 10.06.2018, 21:00 Uhr

Mandy Döscher ist die neue Kita-Leiterin in Banzkow

An den Moment, als es „Klick gemacht hat“, kann sich Mandy Döscher noch genau erinnern. Es war die erste Vorlesung in Kiel. „Als der Professor die ersten Dinge erklärte, überkam mich ein wohliges Gefühl und ich wusste: Ich möchte nirgendwo anders sein“, erzählt die 28-Jährige. Eingetragen hatte sie sich damals für die Studienfächer Kindheits- und Sozialpädagogik. Es war nicht die erste Wahl nach der Schule. „Ich habe ganz klassisch eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten gemacht, auch bis zum Schluss und sogar einige Zeit in dem Beruf gearbeitet“, erzählt sie. Glücklich war sie nicht.

Heute ist Mandy Döscher die Kita-Leiterin in Banzkow. Viel Verantwortung lastet auf ihren Schultern. Noch mehr spannenden Zeiten liegen vor ihr. Aber sie ist glücklicher. „Das Haus ist mir nicht ganz fremd, ich habe einige Praktika hier gemacht und gemerkt, was es für eine Perle ist“, sagt die neue Kita-Leiterin. 177 Kinder und 24 Erzieherinnen sind derzeit im Haus. Und das neue große Projekt, die „Offene Arbeit“, gut angelaufen. „Das heißt jetzt aber nicht, dass jedes Kind machen kann, was es will. Es gibt Freiräume, aber auch eine straffe und ganz klare Rahmenstruktur“, erklärt die Pädagogin. Denn Kinder müssten recht früh lernen, sich zu entscheiden und mit den Konsequenzen dann auch zurecht zu kommen. „Wenn in einem Kursangebot kein Platz mehr für das Kind ist, dann muss es lernen, mit einer Alternative auszukommen“, schiebt sie erklärend hinterher. Die meiste Zeit des Tages verbringen die Banzkower „Neddelradspatzen“ mit Freispiel. Es wird viel gebastelt, Yoga-Angebote stehen auf dem Plan und auch das simple Spielen im Sand gehört zum Tagesprogramm.

Mandy Döscher verfolgt das – sehr zu ihrem Leidwesen – mehr auf dem Plan. „Ich bin viel im Büro, das ist eben die Kehrseite der Medaille am Posten der Leiterin“, sagt sie. Wann immer etwas Freiraum ist, schaut sie aber bei den Kindern vorbei: „Das sind ganz klar die schöneren Momente. Ein Kinderlachen ist unbezahlbar.“ Zudem sei die Arbeit in der Kita erfrischend, halte jung und beuge auch Abstumpfung vor: „Kinder nehmen die Dinge ganz anders wahr, das verlernen wir Erwachsenen viel zu schnell.“

Einen Ausgleich zum Job findet die junge Frau aus Klinken in der Natur. „Mein Mann ist Förster und viel draußen, da gehe ich gerne mit. Zudem haben wir einen Hund, der fordert Bewegung“, sagt die 28-Jährige. Und manchmal bleibt auch noch Zeit für Yoga und Zumba. „Momentan ist alles gut. Es war die richtige Entscheidung“, sagt Mandy Döscher. Einen großen Anteil hätten neben dem Team der Kita auch die Mitglieder des Elternrates. „Es passt einfach.“