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Streit vor Gericht um Rechnungen in Höhe von rund 70 000 Euro Honorarstreit bremst Buga-Geldfluss

Von Juliane Haendschke | 12.09.2011, 07:09 Uhr

Die Abwicklung der für die Buga 2009 in Schwerin ins Leben gerufenen Buga GmbH stockt Unternehmensangaben zufolge. Zwei offene Rechnungen bremsen das so genannte Liquidationsverfahren zurzeit aus.

Die Abwicklung der für die Bundesgartenschau 2009 in Schwerin ins Leben gerufenen Buga GmbH stockt Unternehmensangaben zufolge. Zwei offene Rechnungen bremsen das so genannte Liquidationsverfahren zurzeit aus, bei dem alle Forderungen und Verbindlichkeiten abgewickelt werden. Die Fälle seien inzwischen im Landgericht anhängig, heißt es aus der Stadtverwaltung. Zum einen stellte eine Firma aus der Hansestadt Wismar nach Informationen unserer Zeitung eine um 28 000 Euro zu hohe Rechnung aus. Sie hatte in Vorbereitung auf die Buga das Ufer am Beutel befestigt. Die Stadt hoffte hierbei zunächst auf eine außergerichtliche Einigung. Zum anderen fordert ein Architekt laut Verwaltung etwa 40 000 Euro für Leistungen, die er nur zum Teil erbracht hatte. Der Auftrag war laut Verwaltung frühzeitig anderweitig vergeben worden, in der Folge würde nach derzeitigem Stand die Buga GmbH die Arbeit doppelt honorieren müssen. Die GmbH hofft nun, die Streitfälle bis Ende des Jahres zu einer Einigung bringen zu können. Das Prozedere laufe normal durch, heißt es seitens der Gesellschaft. Außerdem seien Formalitäten Teil des laufenden Verfahrens, die viel Zeit in Anspruch nehmen.

Für die Bundesgartenschau waren in Schwerin Investitionen in Höhe von 47,2 Millionen Euro umgesetzt worden. Die Buga GmbH managte Organisation und Bauvorhaben für die Großveranstaltung, die immerhin 1,9 Millionen Besucher in die Landeshauptstadt zog. Seit Abschluss der Gartenschau wird die Gesellschaft aufgelöst. Der zu erwartende Gewinn in Höhe von mehreren Millionen Euro soll in die Stadtkasse fließen.

Bereits am 11. August hatte die GmbH 500 000 Euro auf das Konto der Schweriner Bürgerstiftung überwiesen. Das teilte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) mit. "Damit wird die Stiftung lebendig", sagt sie. Allerdings wohl nicht so "lebendig" wie ursprünglich geplant. Eigentlich sollten mehr als drei Millionen Euro des Buga-Gewinns direkt in die gemeinnützige Organisation fließen, doch das Land machte angesichts der klammen Stadtkasse einen Strich durch die Rechnung. Damit korrigierte die Stadt das Stiftungs-Stammkapital schrittweise nach unten auf eine halbe Million Euro. Die Hoffnung, nach der Abwicklung der Buga GmbH weitere hohe Summen in die Stiftung fließen zu lassen, hegen einige Stadtvertreter weiterhin. Gramkow allerdings befürchtet, dass aus dem Innenministerium anhaltend Druck ausgeübt werden wird, den Buga-Erlös nur zur Haushaltssanierung aufzuwenden.