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Schwerin Heute gilt es: Bleibt die Paulshöhe?

Von GEST | 11.12.2017, 05:00 Uhr

Stadtvertreter entscheiden über Einwohnerantrag zum Erhalt der Sportstätte am Faulen See

Heute Abend wird es im Rathaus spannend. Die Stadtvertreter entscheiden über die Zukunft des Sportplatzes Paulshöhe. Dazu liegen gleich zwei Anträge vor.

Die Stadtvertreter Karsten Jagau (ASK), Klaus Lemke (CDU) und Lothar Gajek (Bündnis90/Grüne) bringen einen so genannten Einwohnerantrag ein. Darin wird der Erhalt der Paulshöhe gefordert. Ende November hatten die drei dem Stadtpräsidenten dazu 2800 Unterschriften von Unterstützern übergeben (SVZ berichtete). Alle Listen hatte die Verwaltung in den vergangenen Wochen geprüft, ob die Unterzeichner überhaupt berechtigt sind, sich an dem Einwohnerantrag zu beteiligen. Mindestens 2000 gültige Unterschriften sind erforderlich, damit sich die Stadtvertretung mit dem Thema beschäftigt. Oberbürgermeister Rico Badenschier war in der zurückliegenden Woche optimistisch, dass die erforderliche Anzahl erreicht wird. Ob der Einwohnerantrag aber durchgeht, scheint noch unsicher. Etliche Stadtvertreter vermuten, dass das Abstimmungsergebnis äußerst knapp ausgehen wird.

Sollte der Einwohnerantrag abgelehnt werden, gibt es noch einen AfD-Antrag gleichen Inhalts. Der aber war bereits im Hauptausschuss durchgefallen. Nur AfD-Mann Hagen Brauer stimmte dafür, es gab acht Nein-Simmen, die drei Vertreter der Links-Fraktion hatten sich der Stimme enthalten.

In Sachen Paulshöhe hatte die Aktion Stadt und Kulturschutz (ASK) den Stein ins Rollen gebracht. Ihr Vertreter Ralph Martini hatte den Antrag gestellt, die dort vorhandene Stehtribüne unter Denkmalschutz zu stellen, weil sie angeblich eine der ältesten noch vorhandenen in Deutschland ist. Schon hinter diesem Ansinnen steckte der Plan, die Sportstätte Paulshöhe zu erhalten und eine dort geplante Wohnbebauung zu verhindern. Doch der Denkmal-Antrag fand keine Mehrheit in der Stadtvertretung. Das Argument: Die Fußballmannschaften der Vereine sollen in Zukunft im Lankower Sportpark spielen. Dafür sind dort fünf Millionen Euro investiert worden. Außerdem hat der Innenminister der Stadt ins Stammbuch geschrieben, einige Millionen Euro durch den Verkauf der Paulshöhe in die Stadtkasse zu holen.

Die Stadtvertreter wollen sich heute mit weiteren 52 Tagesordnungspunkten befassen – was kaum zu schaffen sein dürfte. Auf der Agenda stehen Themen wie die Benennung von Straßen nach „verdienstvollen Frauen“ (Bündnis90/Grüne), der Einsatz von „Hundekotbeuteln aus verrottungsfähigem Material“ (Die Linke) oder die Verteilung der Stadtchronik an alle Schulabgänger (Karsten Jagau, ASK).

Im Rathaus wird ab 17 Uhr aber auch über die Sportentwicklungsplanung für die Landeshauptstadt und höhere Gewerbesteuern diskutiert. Die Sitzung ist öffentlich und wird im Internet auf der Stadtseite übertragen.