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Schweriner helfen Heiligabend nicht allein bleiben

Von CKOE | 21.12.2016, 16:00 Uhr

Familien aus der Propsteigemeinde St. Anna und die Caritas laden am 24. Dezember wieder zur Offenen Weihnacht ein

Berge von Geschirr haben Maria und Klaus Schümann im vergangenen Jahr abgewaschen – gemeinsam mit vielen anderen Ehrenamtlichen. „Wahrscheinlich werden wir auch in diesem Jahr in der Küche diese Aufgabe übernehmen“, sagt Maria Schümann. Als Helfer bei der „Offenen Weihnacht“ im Bernhard-Schräder-Haus in der Klosterstraße dabei zu sein, sei ein ganz besonderes Gemeinschaftserlebnis. „Man gibt etwas, aber man bekommt auch etwas zurück“, berichtet die 62-Jährige.

Am 24. Dezember laden Familien aus der Propsteigemeinde St. Anna und die Caritas wieder zur Feier für alle Menschen ein, die Heiligabend nicht allein sein möchten. „Für viele Menschen ist der Monat Dezember mit Vorfreude auf Weihnachten verbunden. Da wird gebastelt, gebacken, Geschichten werden den Kindern vorgelesen und Verwandte werden besucht. Man macht es sich gemütlich und zündet Kerzen an“, erklärt Caritas-Mitarbeiterin Bernade Hartrampf-Yovogan, die die „Offene Weihnacht“ zusammen mit ihrem Kollegen Rainer Jung vorbereitet. Für andere sei der Dezember mit seinen dunklen, kurzen und kalten Tagen mit Traurigkeit und Einsamkeit verbunden. „Viele Menschen leben allein, haben keine Verwandten oder diese leben weit entfernt. Die Nachbarn kennen sich wenig oder mögen sich nicht. Freundschaften konnten oder wollten nicht aufrechterhalten werden. Einige fühlen sich einsam, weil sie aus einem anderen Land, einer anderen Kultur kommen. Aber auch für diese Menschen soll Weihnachten sein, diese Menschen laden wir ein“, so Hartrampf-Yovogan.

Um 18.30 Uhr beginnt die Feier im Schräder-Haus. Es gibt ein warmes Abendessen mit Suppe, Hauptgang und Dessert. Die Weihnachtsgeschichte wird vorgelesen, die alt bekannten Lieder erklingen. Propst Horst Eberlein weilt unter den Gästen. „Wir rechnen mit insgesamt rund 100 Teilnehmern“, sagt Rainer Jung. Es solle kein Besucher abgewiesen werden.

Ganz bewusst hätten sie und ihr Mann sich im vergangenen Jahr entschieden, bei der Offenen Weihnacht zu helfen, erzählt Maria Schümann. „Wir haben für uns eine neue Form gesucht, den Heiligen Abend zu verleben.“ Motivation für das Engagement im Schräder-Haus sei insbesondere auch der christliche Glaube gewesen, so die 62-Jährige. Anderen Menschen beizustehen, so laute doch die Weihnachtsbotschaft.

Einfach toll sei das Erlebnis bei der Offenen Weihnacht im Vorjahr gewesen – die schön gedeckten Tische, die dankbaren Gäste, die vielen Helfer, darunter auch junge Leute, die musizierten, schildert Maria Schümann. Und so würden sie und ihr Mann sich auch in diesem Jahr mittags zunächst mit der Tochter und dann zum Kaffee mit dem Sohn und seiner Familie treffen, um abends schließlich im Schräder-Haus dabei zu sein. „Nach der Offenen Weihnacht gehen wir zur Christmette in die St. Anna-Kirche.“

Am 23. Dezember bereits um 14 Uhr trifft sich das Helfer-Team zum Aufbau in der Klosterstraße. Den Besuchern der Offenen Weihnacht wird auch in diesem Jahr ein besonderer Service geboten: „Für die Fahrt nach Hause stehen Taxis zur Verfügung“, sagt Caritas-Mitarbeiter Jung.