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Schwerin Große Geldscheine sorgen für Probleme

Von CKOE | 09.12.2016, 06:00 Uhr

Weststädter konnte in Backfiliale nicht mit 100-Euro-Schein zahlen, weil das Wechselgeld fehlte. Verbraucherzentrale: Läden sind in der Pflicht.

Enno Meyer (Name von der Redaktion geändert) traute seinen Ohren nicht. Nein, sie dürfe einen 100-Euro-Schein nicht annehmen, sagte die Verkäuferin auf der andere Seite des Kuchentresens. Knapp 40 Euro sollte die Torte für die Familienfeier kosten. „Ich habe schließlich das Kleingeld in meinem Portmonee zusammengesucht und den Kuchen auf diese Weise bezahlt“, erzählt Meyer.

Doch das Erlebnis in der Backfiliale in der Weststadt ließ den Schweriner nicht los. „Es war ja kein kleiner Betrag, den ich zu zahlen hatte, da hätte man auf 100 Euro doch schon herausgeben können“, sagt Meyer. In seinen Filialen gäbe es keine Regelung, dass 100-Euro-Scheine nicht angenommen werden, sagt der Chef des Bäckereibetriebs auf Anfrage unserer Zeitung: „Wahrscheinlich hat es im konkreten Fall einfach am nötigen Wechselgeld gehapert.“

Offenbar steht Meyer mit seinem Ärger aber nicht allein. In den vergangenen Tagen meldeten sich mehrere SVZ-Leser, die ihre
100-Euro-Scheine an unterschiedlichen Stellen nicht los wurden. Auch Sylke Sielaff von der Schweriner Verbraucherzentrale ist das Problem bekannt. Grundsätzlich seien Euro und Cent das Zahlungsmittel in Deutschland, müssten Scheine und Münzen akzeptiert werden, erklärt sie. Allerdings könnten Händler in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen festlegen, dass sie Geldscheine ab einer bestimmten Höhe nicht annehmen. „Das muss dann aber auf einem Schild am Laden deutlich gekennzeichnet werden“, betont Sielaff. Anderenfalls könnten sich Geschäftsleute auch nicht mit dem fehlenden Wechselgeld herausreden.

Dass Einzelhändler in der Landeshauptstadt 100-Euro-Scheine nicht akzeptierten, sei lediglich in Einzelfällen bekannt, heißt es bei der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. Auch Wechselwünsche kämen nur gelegentlich vor. Die Sparkasse tausche dann bei Bedarf gerne große Banknoten wie den 100-Euro-Schein in kleinere Geldscheine ein.

„Warum werden überhaupt 100-Euro-Scheine und höhere Noten ausgegeben?“, fragt Enno Meyer. „Bei kleinen Scheinen gibt es doch keine Wechselgeld-Probleme.“ Die Freude an seinem Kuchen hat sich der Weststädter durch die Schein-Debatte aber nicht verderben lassen. „Die Torte hat geschmeckt.“