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Pampow Flug mit Fjordpferden zum Sultan

Von Jürgen Hamann | 06.12.2010, 09:47 Uhr

Reinhardt Gombert aus Pampow fiebert einer ganz besonderen Reise entgegen.

Er fliegt mit seinen Pferden zum Sultan in den Oman. Der "Pferdenarr" gehört zum deutschen Fjord-Fahr-Team, das Anfang des Jahres beim alle fünf Jahre zu Ehren des Sultans stattfinden "Royal Equestrian & Camel Festival" auftreten wird. Mit zwölf Kutschen, jeweils von zwei Fjordpferden gezogen, soll die Quadrille in der großen Arena der Hauptstadt Muscat gefahren werden.

Reinhardt Gombert war schon früh zum Pferdesport gekommen. Bereits in der 60er-Jahren begeisterte er sich für die Vierbeiner. "Doch dann hat die LPG die Pferde abgeschafft", erinnert er sich. "Aber 1982 haben wir neu angefangen und über die LPG eine Betriebssportgemeinschaft gegründet." Daraus ist dann Anfang der 90-er der Reit- und Fahrverein "Sieben Dörfer Moor" entstanden. "Damals habe ich die ersten drei Fjordpferde gekauft, aufgetreten bin ich 1993 erstmals in Sukow und seit 1995 bin ich beim Schaufahren im Landesgestüt Redefin dabei." Stolz zeigt der 60-Jährige einen Pokal: "Den habe ich für 20 Jahre ununterbrochene Teilnahme bei der Mela erhalten," sagt er. Auf der Landestierschau 2010 erhielt er auch den Tierzuchtpreis in Gold. Und in Redefin hieß die Siegerstute von allen Kleinpferderassen Maika vom Siebendörfer Moor. Die Stute fliegt natürlich auch mit zum Sultan.

Seit 1995 ist Gombert Mitglied im Interessenverein Fjordpferde (IGF). Zum 35. Jubiläum des Vereins wurde 2009 bei der größten deutschen Pferdeschau, der Equitana in Essen, erstmals die Quadrille gefahren. 12 Fjordpferde-Zweispänner, unter ihnen auch der Mecklenburger, fuhren spektakulär. Im Mai des gleichen Jahres reiste eine Delegation aus dem Oman an, um sich die Quadrille original anzusehen. Zum Abschluss fragte der Verantwortliche wörtlich: "Would you all come to Oman?" Dreimal hat er das gefragt, zuletzt auf Deutsch. "Im Sommer diesen Jahres wurde klar, dass das Märchen wahr wird", erzählt Gombert. Mitte November begannen die konkreten Reisevorbereitungen. 13 Kutschen, 26 Geschirre und weiteres Zubehör gingen am 15. November in Containern von Reichelsheim/Ober-Osten auf die lange Schiffsreise in den Oman. In den folgenden Wochen wurden die Pferde geschoren wegen der hohen Temperaturen im Oman - dort beginnt der Sommer. Und am kommenden Wochenende werden 27 Pferde auf die erste Flugreise ihres Lebens gehen. Die Fahrer, sieben aus Hessen, zwei aus Bayern sowie jeweils einer aus der Pfalz, aus Nordrhein-Westfahlen und aus Pampow in Mecklenburg-Vorpommern, reisen ab dem 18. Dezember zum Sultan. Der große Auftritt mit gegeneinander gefahrenen Zirkeln, Mühlen und Diagonalen wird dann zum Start des Jahres erfolgen.