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Schweriner ausgezeichnet Ehrenamt ins helle Licht gerückt

Von Maren RamnkeHfer | 15.12.2016, 23:02 Uhr

26 Schweriner wurden gestern Nachmittag von der Stadt für ihr herausragendes bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet

Jürgen Fentzahn singt für sein Leben gern. Schon auf der Goetheschule sang er im Chor, das war vor ungefähr 60 Jahren. Heute ist der inzwischen 75-Jährige in der Selbsthilfegruppe „Musik zum Wohlbefinden“ aktiv. 15 Frauen und drei Männer treffen sich jeden Mittwoch um 10 Uhr in der Kontaktstelle Kiss am Spieltordamm, singen für die Seele, reden aber auch. „Was bei uns gesprochen wird, bleibt in der Gruppe“, sagt Fentzahn, der seit acht Jahren dazu gehört und Gemeinschaftsunternehmungen wie Fahrten ins Ozeaneum organisiert. Gestern Nachmittag wurde der Schweriner für sein „herausragendes bürgerschaftliches Engagement in der Landeshauptstadt“ geehrt. Stadtpräsident Stephan Nolte und Oberbürgermeister Rico Badenschier übergaben im VR-Bank-Gebäude Urkunden und die Ehrenamtskarte an die Ausgezeichneten. 26 Frauen und Männern wurde in diesem Jahr die Ehrung zuteil. „Ich hätte nie gedacht, dass ich für solch eine Selbstverständlichkeit ausgezeichnet werde“, sagt Fentzahn, von Beruf übrigens Bauingenieur, lächelnd.

Auch Asmala Musuf wurde geehrt. Als der Nigerianer 1991 als Asylbewerber nach Schwerin kam, hatte er sich das wohl nicht träumen lassen. Musuf hat viele Jahre lang für das Sozialamt Flüchtlinge betreut, war Servicekraft auf einem Flughafen, arbeitete bei der Buga 2009, kümmert sich heute um Flüchtlinge und Asylbewerber im Mueßer Holz.

Katrin Staak aus Wittenförden näht in ihrer Freizeit Herzkissen für Brustkrebspatientinnen, hat für diese ehrenamtliche Arbeit viele Mitstreiterinnen gefunden und möchte jetzt einen Verein gründen. Petra Möller ist seit drei Jahren ehrenamtlich im Hospiz am Aubach tätig, moderiert zusammen mit einer Kollegin einmal im Monat das Trauercafé „Lichter“ im Parkcafé am Lewenberg.

Das sind nur vier von 26 großartigen Menschen und ihren Geschichten. Stadtpräsident Stephan Nolte: „Wir wollen den Tag des Ehrenamtes nutzen, um Leistungen von Menschen, die oft im Hintergrund wirken, in den Vordergrund zu rücken. Ehrenamt verdient Anerkennung!“ OB Rico Badenschier betonte: „Freiwilliges Engagement ist ein besonderes Kapital. Es ist ein Kapital, das sich nicht verbraucht, wenn wir es gebrauchen. Es wächst. Und es ist keine Einbahnstraße. Hilfsbereite Menschen ernten meist viel Lebensfreude. Sie sind in ihrem Umfeld angesehen. Sie lernen selbst dazu. Ehrenamtliches Engagement lohnt sich für die, die sich engagieren, und für die, die davon profitieren. Für die Zukunft wird es wichtiger denn je, die Angebote zu vernetzen und voneinander zu lernen.“

Die Geehrten sind:

Rüdiger Netzel, Kathleen Kühnel, Brigitte Röttgers, Reinhard Zühlke, Erika Irmisch, Guido Brügmann, Gero Kanis, Asmala Musuf, Sigrid Rau, Frank Westphal, Irmgard Grammerstorf, Manuela Woldt, Hendrik Oestreich, Otmar Kunau, Jutta Graupmann, Wiltrud Atzl, Gisela Schwarz, Gerda Ahrens, Michael Schuster, Hans Honsberg, Rolf Stiehler, Jürgen Fentzahn, Hans-Joachim Hermenau, Petra Möller, Katrin Staak und Michael Braun. Sie bekamen eine Urkunde, eine Petermännchen-Karte des Nahverkehrs und die Ehrenamtskarte, die bei der Nutzung von städtischen Einrichtungen viele Vergünstigungen bietet.