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Schwerin schließt erstes Sanierungsgebiet ab Die große Abrechnung in der Feldstadt

Von Juliane Haendschke | 04.11.2012, 06:42 Uhr

Mehr als 100 Gebäude und 28 Straßen und Plätze sind in der Schweriner Feldstadt erneuert worden. Jetzt bittet die Stadt dafür die Hauseigentümer zur Kasse.

In der Feldstadt läuft die große Abrechnung. Schwerin schließt das 33 Hektar große Sanierungsgebiet Feldstadt ab. Jetzt müssen viele Eigentümer die Ausgleichszahlungen leisten, die teils in den sechsstelligen Bereich gehen. Insgesamt 260 Millionen Euro wurden in dem ehemaligen Nachtjackenviertel verbaut. Davon stammen etwa 35 Millionen Euro aus dem Topf der Städtebauförderung, die zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt kommen. Das Sanierungsgebiet Feldstadt bildet dabei quasi die Hülle für diese Fördermaßnahme. "Mit der Förderung sind Bau- und Ordnungsmaßnahmen umgesetzt worden", sagt Baudezernent Wolfram Friedersdorff. Mehr als 100 Gebäude und 28 Straßen und Plätze wurden damit instand gesetzt. Die letzten beiden großen Bauprojekte waren der Karl-Liebknecht-Platz und die Eisenbahnstraße.

Mit dem Abschluss des Sanierungsgebietes wird nun auch das dafür eingerichtete Treuhandvermögen abgerechnet, das von der Entwicklungsgesellschaft mbH verwaltet wird. Dabei bildet das Sondervermögen einen geschlossenen Kreislauf, über den alle Sanierungen in der Feldstadt abgewickelt wurden - und zum Teil noch werden. In die nun folgende große Abrechnung fließen sowohl Fördermittel, Erlöse aus verkauften städtischen Grundstücken als auch Baumaßnahmen der Stadt im Sanierungsgebiet. Auch die Ausgleichszahlungen der Eigentümer, die für die Sanierung ihrer Immobilie Fördermittel kassiert haben, werden mit eingerechnet. Diese Ausgleichszahlungen richten sich dabei nach dem Quadratmeterpreis des Grundstücks vor und nach der Sanierung. Auch die durch die Fördermittel entstandene Wertsteigerung fließt in diese Berechnung ein. Grundlage dafür ist Friedersdorff zufolge auch die Bodenrichtwertkarte des Gutachterausschusses für Grundstückswerte. Der Vorteil für die Immobilienbesitzer: Ihre Gebäude sind nicht nur durch die Sanierung, sondern auch durch die Instandsetzung des gesamten Stadtteils im Wert gestiegen. Die geleisteten Ausgleichszahlungen verbleiben im Kreislauf der Treuhandvermögens. So sind beispielsweise für die Sanierung der Eisenbahnstraße etwa eine Million Euro der Ausgleichszahlungen verwendet worden. Im Idealfall steht am Ende der großen Abrechnung eine schwarze Null.

So wie in der Feldstadt wird auch in den weiteren sieben Sanierungsgebieten der Landeshauptstadt verfahren. Erst jüngst hat die Verwaltung für das Areal in der Paulsstadt weitere Fördermittel beantragt. Mit diesen könnte nach Plänen von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow zum Beispiel der neue Anbau der Bibliothek realisiert werden.