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Sukow Grundschule startet auf Sparflamme

Von Katja Müller | 06.05.2020, 14:58 Uhr

Viertklässler in Sukow starten wieder mit dem Unterricht. Die Lehrer sind positiv überrascht vom Wissensstand.

Die große Stille ist vorbei. Es ist wieder Leben auf den Fluren der Sukower Grundschule. "Aber noch deutlich zu wenig", sagt Birgit Warkentin. Die Schulleiterin mag sich nicht an die wenigen Schüler gewöhnen, doch noch müsse sie ausharren. Bislang ist es nur den Viertklässlern gestattet, in die Schule zu kommen. Und das allein erfordere bereits eine große Portion Organisationstalent und vor allem Raum.

Unterricht in zwei Räumen

Zwischen den Schülern müsse stets ausreichend Platz sein. "Wir haben die Klassen deshalb geteilt und unterrichten in zwei Gruppen und in zwei Unterschiedlichen Räumen", erklärt die Schulleiterin. So müssen die Kinder der 4a am Montag und Mittwoch in die Schule kommen und die Mädchen und Jungen der 4b sind dienstags und donnerstags da. Unterrichtet werden aber nur die Hauptfächer Mathematik, Deutsch, Sachkunde und Englisch – alles im Blockunterricht. Der Freitag bleibt den Eltern für Fragen und Konsultationen vorbehalten. Noch lasse sich das Defizit durch den Heimunterricht aufholen, sagt Grundschullehrerin Marion Heideklang. In den nächsten Tagen und Wochen werde der Fokus auf die Bereiche gelegt, die in der Klassenstufe fünf wichtig sind.

Lob für die Eltern

Die Heimarbeit habe bei allen gut funktioniert. Teilweise seien einige ihrer Kolleginnen sogar zu den Schülern nach Hause gefahren, um Erläuterungen zu machen. Sie selbst habe ein Video für ihre Klasse gedreht. "Es war nicht leicht, doch die Eltern haben sich sehr große Mühe gegeben", sagt sie und versichert, dass sie und ihre Kolleginnen jeden Schüler dort abholen, wo er aktuell ist. Immerhin gebe es große Unterschiede. Manche Eltern sind aufgrund der Kurzarbeit zu Hause und können sich mit ihren Kindern hinsetzen und die Aufgaben durchgehen, andere müssen tagsüber arbeiten und die Kinder sind allein. Zudem verfüge auch nicht jedes Elternteil über die technischen Voraussetzungen, um Mails auszudrucken oder Erklärvideos abzuspielen.

Erste Schritte zurück in den Schulalltag

Marion Heideklang war froh, ihre Schüler am Montag wieder begrüßen zu können. "Sie waren alle sehr verhalten am Anfang. Es ist ja auch ein ungewohntes Bild, wenn die Klassenlehrerin plötzlich mit Mundschutz vor einem steht. Keine Mimik. Keine Gestik. Doch im Unterricht kann ich die Maske zum Glück abnehmen. Dann ist es viel entspannter", berichtet sie von den ersten Schritten zurück Richtung Schulalltag. Bis wirklich alles wieder normal laufe, sei es ein weiter Weg. Das bestätigt auch die Schulleiterin. So mussten kurzerhand neue Regeln für Pausenzeiten aufgestellt werden.

„Separate Eingänge für jede Unterrichtsgruppe, Toilettengänge möglichst während der Unterrichtszeit, geteilte Essenpausengruppen und Einzelplätze. Normal ist irgendwie ganz anders. “
Birgit Warkentin

Aktuell werden knapp 40 der insgesamt 140 Grundschüler in Sukow betreut. Etwa die Hälfte in der Notbetreuung. Die Schulleiterin würde sich wünschen, dass bald alles wieder normal läuft. Besonders wichtig sei es für die Erstklässler, zeitnah wieder den normalen Unterricht aufzunehmen. Doch klar sein auch: "Wir können mit den Abstandsregeln nicht alle Schüler wieder hier unterrichten, das gibt der Platz gar nicht her", betont Birgit Warkentin.

Eine lange Liste mit ungeklärten Fragen

Sorgen macht sie sich momentan auch um die Zeugnisse. Was kommt da rein? Gibt es Noten? Wie werden soziale Kompetenzen bewertet? Wie sollen wir die Viertklässler verabschieden? Wird es eine Einschulung geben? Die Liste mit Fragen, die Birgit Warkentin an das Schulamt geschickt hat, ist lang. Antworten gab es noch nicht. "Wie denn auch. Es wird ja ständig neu entschieden. Unsere Planungen sind maximal für zwei Tage, dann sind sie überholt", erzählt die Schulleiterin. "Es wäre schön, wenn wir bald wieder ohne Masken durchs Leben gehen könne. Das Lächeln des Gegenübers fehlt uns doch allen."

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