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Schwerins Stadtansichten Der lange Weg zur Vorzeigestraße

Von GEST | 26.06.2017, 12:00 Uhr

Das hat uns die Bundesgartenschau 2009 gebracht – heute: die lange Geschichte der Sanierung der Werderstraße

Wer aus Richtung Sternberg kommend in die Innenstadt fährt, sieht schon am Güstrower Tor den Turm des Schlosses in der Ferne. Auf dem Asphaltband der Werderstraße geht es mit Tempo 30 voran. Auf der rechten Seite sind die Parktaschen gut gefüllt. Bäume und eine Bepflanzung drum herum sorgen für Grün. Was auffällt: Fast alle Gebäude sind saniert. Die Straße wird sogar noch weiter gebaut. In einer Lücke neben dem Hostel entsteht ein Wohnhaus, ein paar Meter weiter, auf der anderen Straßenseite, wird der neue Heine-Hort hochgezogen. Und gegenüber dem Werderhof nimmt ein weiteres Gebäude Gestalt an. Die Werderstraße ist ganz offenbar attraktiv – es lohnt sich, hier zu investieren. Vor dem Jahr 2000 war das noch ganz anders. Doch zur Bundesgartenschau sollte diese Straße in Ordnung gebracht werden, auch wenn sie kein direktes Buga-Vorhaben war.

Schon Anfang der 1990er Jahre wurde in Politik und Verwaltung über die Sanierung der Werderstraße diskutiert. Nicht nur der Fahrbahnbelag war desolat. Viel schlimmer sah es im Untergrund aus. Rohrleitungen waren alt und erneuerungsbedürftig, der gemauerte Abwasserkanal drohte einzustürzen. Und mit zunehmendem Verkehr wurde es nicht besser. Jahr für Jahr stand die Erneuerung der Werderstraße im Entwurf des Haushaltsplanes der Stadt. Doch Jahr für Jahr wurde das Vorhaben wieder gestrichen. Es fehlte schlicht das Geld.

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Welche Erinnerungen verbinden Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit der  Schlosspromenade? Schreiben Sie uns, welche Veränderung durch die Bundesgartenschau Sie besonders schätzen. Nutzen Sie in Ihrer Freizeit das neu gestaltete Areal noch heute? Schicken Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an schwerin@svz.de, Stichwort Buga 2009. Vergessen Sie bitte nicht Ihren Namen und Ihre Telefonnummer. Sie erreichen uns natürlich auch per Post. SVZ, Gutenbergstraße 1, 19061 Schwerin

Im Sommer 2000 war es dann endlich so weit. Mit Hilfe von Fördermitteln konnte die Sanierung der Einfallsstraße in Angriff genommen werden. Das Ziel: Bis zur Bundesgartenschau 2009 sollte alles fertig sein.

Luftaufnahmen damals und heute

Buga 2009 - So hat sich Schwerin verändert

Meinung – Redaktion svz.de
Die Bundesgartenschau 2009 hat tausende Besucher nach Schwerin gelockt. Sie hat aber auch das Stadtbild der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns teils drastisch verändert. Vergleichen Sie Satellitenaufnahmen von 2000 mit denen von 2016 und gewinnen Sie einen Eindruck vom Wandel der Stadt.

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Fotos: Google Earth; Made by: JuxtaposeJS

Freilichtbühne

Schlosspromenade

Bertha-Klingberg-Platz

Schwimmende Wiese

Werderstraße

Platz der Jugend

Beutel

Marstall

Schlossgarten und Hippodrom

Ruderhaus

Vereinshaus des Seglervereins

Spielplatz der Atolle

Vereinshaus der Kanurenngemeinschaft

Küchengarten

Burggarten

Grüngarten

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Zunächst wurden an der Werderkaserne auf der Kreuzung Werderstraße-Knaudtstraße die Wasser- und Abwasserleitungen erneuert. Das Erstaunliche: Das befürchtete Verkehrschaos blieb aus. Die Stadtwerke hatten die Arbeiten bewusst in die Ferienzeit gelegt – das bewährte sich, die ganz großen Staus gab es nicht.

Doch die Arbeiten zogen sich hin. Erst 2007 konnte ein Baustellenfest kurz vor der Fertigstellung gefeiert werden. Doch mit der Übergabe der Werderstraße hörten die Bautätigkeiten nicht auf. An etlichen Häusern an der Trasse standen kurze Zeit später Gerüste. Die Häuser wurden saniert und präsentieren sich jetzt wieder in altem Glanz.

Die Werderstraße wurde aber nur bis zur Ecke vor der Weißen Flotte saniert. Der Abschnitt bis zur Schlossbrücke ist bis heute in einem erneuerungsbedürftigen Zustand. Für diesen Bereich gab es schlicht noch keine Fördermittel und allein aus eigener Kraft kann die hoch verschuldete Stadt die Arbeiten nicht ausführen. Allerdings gab es für die Kai-Mauer und den Fußweg zwischen Weißer Flotte und Schlossbrücke Geld. So ist hier auch der Gehweg mit teurem Kleinpflaster in Ordnung gebracht worden – ganz nach historischem Vorbild.

Was in diesem Abschnitt besonders auffällt, sind etliche in das Pflaster eingelassene Bronzeplatten. Mit dem Kauf dieser Plaketten unterstützten viele Schweriner, aber auch Auswärtige, die Arbeit des Buga-Förderverein und setzten sich gleichzeitig ein persönliches „Denkmal“.