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Bahnhof bad Kleinen Das neue Tor Bad Kleinens

Von Roland Gttler | 06.12.2016, 23:33 Uhr

Erster Spatenstich zum Umbau des Bahnhof-Knotenpunkts für 30 Millionen Euro / Künftig barrierefreier Zugang zu den Gleisen

Seit 1848 hat Bad Kleinen einen Bahnhof, da hieß der Ort noch Kleinen. Das „Bad“ kam 1915 hinzu. Fünf Jahre später wurde der Bahnhof komplett umgebaut, mit bis heute per Tunnel erreichbaren Bahnsteigen. Knapp 100 Jahre später erfolgt eine komplexe Veränderung, begonnen wird dabei beim seeseitigen Teil. Der Bahnhof soll sich in eine barrierefreie Verkehrsstation verwandeln. Gestern erfolgte der symbolische Spatenstich.

In den nächsten zwei Jahren werden die zwei Inselbahnsteige samt Fußgängerüberführung mit Aufzügen errichtet. Der barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt – wie gehabt – vom Bahnhofsvorplatz aus. Von Seeseite her wird es auch künftig keinen Zugang geben. Die Idee, die Fußgängerbrücke zu verlängern, wird nicht realisiert.

Die Kosten für Bahnsteige, Aufzüge und Fahrgastinformation belaufen sich auf zehn Millionen Euro. Das Gesamtprojekt, zu dem die Erneuerung der 23 Gleise sowie der Rückbau der ungenutzten Bahneinrichtungen wie Drehscheibe und Wasserturm gehören, umfasst 30 Millionen Euro. 2010 bis 2013 waren bereits die Gleisanlagen sowie der Süd- und Nordkopf des Bahnhofs erneuert worden.

Laut Infrastrukturminister Christian Pegel beteiligt sich das Land mit 1,75 Millionen Euro. Einher mit dem Bahnhofsumbau geht die Umgestaltung des Vorplatzes für rund 750 000 Euro. Der Minister kündigte dafür 75 Prozent Fördermittel vom Land an. Hinzu kommen hier je 95 000 Euro von der Deutschen Bahn sowie der Kommune. Neben Kurzzeitparkplätzen entsteht auf dem Vorplatz ein Gebäude mit Kiosk und Toiletten, bewirtschaftet von der Gemeinde. Bürgermeister Joachim Wölm: „Ich freue mich auf den Bahnhofsvorplatz. Er wird das Tor von Bad Kleinen zum Bahnhof und umgekehrt.“

Laut Andreas Kruse, Projektleiter der DB Netz AG aus Schwerin, „gibt es in Bad Kleinen mit seinen 3500 Einwohnern 3000 Ein- und Ausstiege pro Tag. Das sind so viele wie in Neubrandenburg.“ Dies verdeutlicht die Bedeutung des Bahn-Knotenpunktes Bad Kleinen, neben Hagenow-Land der zweite in Mecklenburg.

Bis zur Einweihung des neuen Bahnhofs Ende 2018/ Anfang 2019 müssen sich Einheimische und Reisende auf Unannehmlichkeiten einstellen. So werden einige Korrespondenzhalte der Züge von Bad Kleinen nach Bützow verlegt.