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Görslow: Bruchstelle repariert Dammbruch mit Sandsäcken gestoppt

Von Werner Mett | 14.09.2011, 07:01 Uhr

Die Bruchstelle in der Böschung an der Landesstraße nahe Görslow ist gestern repariert worden. Ende August war der aufgeweichte Damm gebrochen, die Straße wurde bei starkem Regen immer wieder überflutet.

"Straße zwischen Raben Steinfeld und Leezen überflutet." In den zurückliegenden Wochen war diese Meldung keine Seltenheit. Denn bei jedem heftigen Regenschauer konnten nahe Görslow Wasser und Schlamm ungehindert vom Acker auf die Landesstraße und den Radweg fließen. Die schützende Böschung war im verregneten Sommer nach und nach aufgeweicht und Ende August sogar gebrochen. Provisorische Reparaturen halfen nicht viel. Die Wassermassen spülten alles weg und verbreiterten die Bruchstelle. Zuletzt war das Loch in der Böschung etwa fünf Meter groß. So um die 60 Kubikmeter Erde wurde allein aus dem Damm ausgespült.

Seit gestern wird dieses Loch mit Sandsäcken gestopft. 800 Kilogramm Kies passen allein in einen dieser Säcke, die viel größer sind als die Säcke, die bei Hochwasserkatastrophen zum Einsatz kommen. An die 60 dieser großen Sandsäcke dienen zur Stabilisierung der Böschung. Sie bleiben auch dauerhaft an Ort und Stelle, bilden den Kern des neuen Dammes. Damit dieser auch wirklich hält, wurde an den beiden Kanten der Bruchstelle zudem das lose Erdreich abgetragen. Wichtig zudem: Das sich auf dem Acker sammelnde Regenwasser wird mit Hilfe eines Sammlers und eines Drainagerohres unter den Damm hindurch geleitet. Der neben dem Radweg verlaufende Graben wurde bereits wieder ausgebaggert. Hier kann der Wasser bis zu den vorhandenen Einleitungsschächten fließen und ablaufen.

Vorgesehen ist, dass die Sandsäcke unter einer Schicht Mutterboden verschwinden. Hier säen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Consrade anschließend Gras aus, damit die gesamte Böschung wieder zuwachsen kann. Auch der Bewuchs stabilisiert die Böschung. Bereits heute sollen alle Arbeiten abgeschlossen werden. So lange die Männer hier zu tun haben, gilt Tempo 40.

Etwa 30 000 Euro kostet diese Reparatur, berichtet Dietmar Greßmann, Dezernent im Straßenbauamt Schwerin. Viel Geld, aber eine sinnvolle Investition. Denn die jetzt ausgeführte Reparatur ist kein Notbehelf, sondern eine auf Dauer angelegte Lösung. "Das Projekt dafür haben die Fachleute aus unserem Haus in nur einer Woche erarbeitet", fügt Greßmann hinzu. Der Dezernent bedankt sich auch beim Pächter der Ackerfläche für die konstruktive Mitarbeit.

Dietmar Greßmann, der seit 40 Jahren im Straßenbau tätig ist, behält dieses Projekt aber noch aus einem weiteren Grund in Erinnerung: "Dass eine Böschung aufweicht und ein Teil davon abrutscht, kommt immer mal wieder vor. Aber so ein Durchbruch ist absolut selten." Dietmar Greßmann kann sich an keinen solchen Fall in den zurückliegenden 20 Jahren in Westmecklenburg erinnern.

Die Ursache für den Dammbruch liegt für den Fachmann aber auf der Hand: Der viele Regen hat bei Görslow eine Extrem situation geschaffen. Um diese so schnell wie möglich zu beseitigen, wurde unermüdlich gearbeitet. Die Männer von der Straßenmeisterei Consrade mussten bei ergiebigen Regenschauern manchmal sogar mehrfach am Tage die schnell verschlammten Abflüsse wieder frei machen, damit das Wasser von der überfluteten Landesstraße abfließen konnte. Zugleich wurde im Straßenbauamt das Projekt für die Dammreparatur erstellt.