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Schwerin Crivitzer Chaussee: „Baum fällt!“

Von VRAA | 03.12.2017, 20:45 Uhr

Kaum Stau bei Vollsperrung zwischen Plater Straße und Lomonossowstraße. Rund 1000 Stämme müssen weichen

Mit großen Augen schauen Tim und sein Papa Mirco Schneider den Bauarbeitern an der Crivitzer Chaussee zu. Die Motorsägen heulen laut auf, ein Waldarbeiter ruft „Baum fällt!“ – und schon donnert die nächste Buche gen Boden. „Wow, das ist echt interessant. Ich würde das auch gern können“, sagt Tim zu seinem Papa. Der nickt und erklärt seinem Sprössling, dass dafür jahrelange Erfahrung notwendig sei. Wie die beiden Schweriner waren am Wochenende viele Schaulustige nach Zippendorf gekommen, um den Holzfällern über die Schulter zu schauen. Platz dafür gab es genug: Bis Sonntagabend war die Crivitzer Chaussee zwischen Plater Straße und Lomonossowstraße komplett gesperrt.

Im Zuge der Vorbereitungen für den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 321 werden 1000 Bäume gefällt, erklärt Bernd Kanscheit vom ausführenden Ingenieurbüro. „Dazu zählen aber alle Stämme, von zehn Zentimetern bis zu einem Meter und mehr. 620 der gefällten Bäume hatten einen Durchmesser von maximal 30 Zentimetern, da wachsen neue Sprösslinge schnell nach.“

An der Tankstelle stehen die Zapfsäulen still. „Es ist verständlich, dass die Arbeiten gemacht werden müssen. Gerade zu den Stoßzeiten stehen die Autofahrer hier oft lange“, sagt eine Tankstellenmitarbeiterin. „Für uns bedeutet die Sperrung aber, dass wir das ganze Wochenende über keine Kunden, also auch keine Einnahmen hatten.“

Bremer und Kanscheit können die Einwände nachvollziehen, bitten aber um Verständnis. „Die Bäume müssen jetzt in der Winterruhe gefällt werden. Es gibt keine Alternative“, so Kanscheit.

Zu Staus kam es an diesem Wochenende nicht, lediglich einen Umweg mussten Verkehrsteilnehmer in Kauf nehmen. „Über die Lomonossowstraße, die Hamburger Allee und die Plater Straße umfahren Autofahrer die Sperrung auf kürzestem Wege. Das gilt übrigens auch für Fußgänger und Fahrradfahrer, die Gefahr ist sonst zu groß“, sagt Tobias Bremer vom Schweriner Straßenbauamt. „Anwohner müssen keinen Umweg fahren. In Rücksprache mit der Verkehrssicherung werden die Arbeiten für ihre Durchfahrt kurz pausiert, so dass keine Gefahr droht“, so Bremer.

Nächste Woche finden erneut Fällungen statt, ein Wochenende allein reichte nicht aus. Der nächste große Schritt für den vierspurigen Ausbau der B 321 zum Anschluss Schwerin-Ost der A14 ist dann die Vorbelastungsschüttung, die den Boden fester macht. Der Termin dafür ist der 23. Januar.

Tim und sein Vater haben das Datum schon im Blick. Und Tim freut sich schon – zwar nicht auf Holzfäller, dafür auf große Bagger.