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Zu viele Badegäste? Chlor-Alarm im Schwimmbecken

Von JUNO | 19.02.2014, 08:00 Uhr

Sitzen Badegäste im Hallenbad bald öfter auf dem Trockenen? Gesundheitsamt erhöht Wasserkontrollen

Hobby-Schwimmer, Sportler und Schwimmschüler scheinen die Lankower Schwimmhalle an ihre Grenzen zu bringen. Das Gesundheitsamt sorgt sich um die Wasserqualität und hat die täglichen Kontrollen eigenen Angaben nach von drei auf fünf erhöht.

Hat die Lankower Schwimmhalle ein Chlor-Problem? „Um Hygienemängeln vorzubeugen, haben wir die Frequenz der Eigenkontrollen erhöht, um rechtzeitig auf Abweichungen reagieren zu können. Außerdem wurden in den Duschen zusätzliche Hinweisschilder zur Einhaltung der Körperhygiene angebracht“, sagt Gerit Hübner, Hygieneärztin des Gesundheitsamtes.

Aber was war der Auslöser? Eine dritte Klasse aus Lützow musste ihren Schwimmunterricht Ende Januar auf dem Trockenen absolvieren. Das berichtet der Vater eines Schülers. Das Gesundheitsamt hatte die Becken am Donnerstag, 23. Januar, gesperrt. Der Grund für die Sperrung: zu viel Chlor im Wasser. „Statt der notwendigen 0,3 bis 0,6 Milligramm Chlor pro Liter Wasser waren einmalig 0,85 Milligramm pro Liter gemessen worden“, wie die Behörde unserer Zeitung mitteilt. Das wirft die Frage auf, ob die Lankower Schwimmhalle überhaupt so viele Badegäste verträgt.

Inzwischen beschäftigt der Vorfall auch die Stadtpolitik. So geht die Fraktion der Unabhängigen Bürger der Frage nach, ob „die Wasserqualität in der Schwimmhalle Lankow wegen der höheren Frequentierung von Badegästen nicht mehr den Hygienestandards bzw. gesetzlichen Anforderungen entspricht“.

Schlägt die Debatte um den Zustand der Schweriner Schwimmhallen jetzt neue Wellen? Reicht ein Bad für die Landeshauptstadt aus? Während das Gesundheitsamt auf der einen Seite darum bittet, sich strikt an die Hygienevorschriften zu halten – „insbesondere betrifft das das gründliche Duschen und Waschen ohne Badebekleidung vor und nach dem Schwimmen“ –, versucht die Behörde auf der anderen Seite die Wellen um die Wasserqualität nicht zu hoch schlagen zu lassen: „Das war das erste Mal, dass in der Schwimmhalle ein Becken gesperrt werden musste“, teilt das Amt mit.

Es habe sich um eine „vorübergehende Nutzungsuntersagung für zwei Stunden“ gehandelt. „Wie es zu dieser Höherdosierung gekommen ist, ließ sich vor Ort in dem Moment nicht klären.“ Bei den Kindern hätte das zu Schleimhautreizungen in Augen und Nase führen können. „Um den Chlorgehalt im Wasser wieder auf das übliche Maß zu senken, reicht die Zugabe von frischem Wasser bzw. eine vorübergehende Senkung der Chlorzufuhr aus“, so das Gesundheitsamt weiter.