Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Altstadt Busfahrt bereits erfolgreich getestet

Von Timo Weber | 15.09.2011, 07:09 Uhr

In vier Monaten nutzen 92 000 Fahrgäste die Buslinie 10, etwas mehr als 100 000 sind es, die mit den Bussen der Linie 14 fahren.

Für sie will der Nahverkehr von April nächsten Jahres an möglichst wenig Einschränkungen machen, wenn der Marienplatz durch die Neugestaltung als Verkehrsknotenpunkt für die Busse entfällt. "Vor allem viele Schüler nutzen die Linie 14, vom Fridericianum, von der Waldorfschule, der Stensenschule oder der Neumühler Schule", sagt Nahverkehrs-Geschäftsführer Norbert Klatt. "Ihnen wollen wir die Wege nicht länger machen." Doch die Idee des Nahverkehrs, für die viermonatige Bauphase die Busse durch die Mecklenburgstraße rollen zu lassen, wird derzeit heftig diskutiert.

Ein erster Test hat gezeigt, dass die Fahrt im Schritttempo durch die Mecklenburgstraße funktioniert, sagt Klatt. Es muss nichts umgebaut werden, fast keine Außengastronomie muss abräumen. So wie beim Test Polizisten vor dem Bus gingen, sollen es später auch Nahverkehrsmitarbeiter machen, wenn etwa 140 Busse pro Tag den Boulevard queren. Weitere Mitarbeiter sollen an den Einmündungen, beispielsweise zur Schmiedestraße, Passanten auf den Busverkehr hinweisen, dessen Spur durch gelbe Linien auf dem Boulevard markiert wird. Darüber hinaus will der Nahverkehr eine eventuelle Sog-Wirkung für Autos vermeiden - so wie oftmals am Platz der Jugend zu beobachten -, die verbotenerweise einfach dem Bus hinterher fahren: An der Einfahrt zur Mecklenburgstraße am Südufer und an der Einmündung zur Geschwister-Scholl-Straße sollen dafür funkgesteuerte Schranken aufgestellt werden.

Für Nahverkehrs-Chef Klatt sind das wichtige Vorarbeiten, damit tatsächlich die Busse gut rollen können - auch ohne die Fußgänger zu sehr einzuschränken. Auf dem Marienplatz, ebenfalls eine Fußgängerzone, funktioniere das Miteinander schließlich auch. Und Fahrzeuge in der Mecklenburgstraße sind gerade morgens ebenfalls keine Seltenheit. Und dort treffen täglich 1000 Busse und Bahnen auf 22 000 Fahrgäste und zahlreiche Fußgänger, ohne dass es zu großen Komplikationen kommt.

Straßenbahnen fahren seltener

Die Bauarbeiten auf dem Marienplatz behindern aber auch den Straßenbahnverkehr. Da es während der Bauphase nur einspurig über den Platz geht, muss der Nahverkehr die Taktung ändern. Statt alle 7,5 Minuten werden die Bahnen nur alle 15 Minuten fahren können. Dafür soll die Linie 1 dann aber auch mit einem großen Zug unterwegs sein, um alle Fahrgäste aufzunehmen - beispielsweise auch die der Buslinien 5 und 7, die dann in der Geschwister-Scholl-Straße enden werden.

Mit dem Baubeginn wird der Nahverkehr für den einspurigen Betrieb drei Weichen einbauen, die am Ende wieder abgebaut werden. Nur in diesen Zeiten fahren überhaupt keine Straßenbahnen. Bauauftakt wird im Übrigen auf der Sparkassen-Seite sein, danach ist dann die Seite vor H&M an der Reihe. Die exakte Bauausführung ist noch in der Planung. Die Sondergenehmigung für den Nahverkehr für die Fußgängerzone, steht ebenfalls noch aus.