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Schwerin Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Von CKOE | 02.09.2020, 05:00 Uhr

Trotz Corona: Zahl der Erwerbslosen ging im August zurück. Noch mehr als 1000 Ausbildungsplätze in der Region unbesetzt

Im Westen Mecklenburgs gibt es weiterhin deutlich mehr Erwerbslose als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Juli hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt im August aber leicht verbessert. Die Zahlen: Im vergangenen Monat waren in der Region 17 690 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 135 weniger als einen Monat zuvor und 2949 mehr als vor einem Jahr.

„Trotz der Corona-Pandemie fallen die Arbeitsmarkt-Daten positiver aus als erwartet“, sagte gestern der Leiter der Schweriner Arbeitsagentur, Guntram Sydow. Mit einem Bestand an 4444 freien sozialversicherungspflichtigen Stellen habe sich auch die Personalnachfrage in Westmecklenburg auf dem Niveau des Vormonats stabilisiert.

Die Entwicklung in der Region spiegelt sich auch in der Landeshauptstadt wider: In Schwerin waren im August 4893 Menschen ohne Job, 84 weniger als im Juli und 647 mehr als im August 2019. Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat von 10,2 auf 10,0 Prozent zurück.

Große Bedeutung für die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat nach wie vor die Kurzarbeit. „Seit Beginn der Corona-Krise im März haben in Westmecklenburg insgesamt 5102 Betriebe für 49 602 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt“, berichtete Sydow. Im August seien 35 Unternehmen mit 847 Mitarbeitern hinzugekommen. Nach Angaben des Agenturchefs wurden inzwischen auch die ersten Anzeigen von Kurzarbeit abgerechnet. So hätten im April tatsächlich 3250 Betriebe mit 19 869 Beschäftigten Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen. „Das Instrument der Kurzarbeit hat in der Region viele Arbeitsplätze gerettet“, erklärte Sydow.

Auch auf dem Ausbildungsmarkt zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie, hinken Entscheidungsprozesse teilweise mehrere Wochen hinterher. Aktuell gibt es noch 1102 unbesetzte Ausbildungsplätze und 610 unversorgte Bewerber. Ungeachtet der derzeitigen Unsicherheiten appelliert Agentur-Chef Sydow an alle Arbeitgeber, auch in diesem Jahr auszubilden: „Nur so können sich die Unternehmen die Fachkräfte sichern, die sie nach der Krise dringend benötigen.“ Junge Leute, die noch keine Lehrstellen-Zusage hätten, sollten sich umgehend bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur melden, rät Sydow.

Mit dem Bundesprogramm „Ausbildung sichern“ werden Betriebe gefördert, die erheblich von der Corona-Krise betroffen sind und dennoch Lehrlinge einstellen. Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer starten am kommenden Sonnabend, 5. September, noch einmal eine Nachvermittlungsaktion. Auf der Terrasse des IHK-Gebäudes in der Graf-Schack-Allee in Schwerin erhalten unversorgte Schulabgänger von 11 Uhr an einen Überblick über noch offene Ausbildungsplätze.