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Schulsanierung in Banzkow Zeiten stimmen, Kosten wanken

Von Katja Müller | 10.07.2020, 05:00 Uhr

Sanierung der Regionalschule liegt zeitlich im Rahmen, aber finanziell über dem Plan

Emsig rattern die Förderbänder über die Walzen. Ohne Unterlass transportieren sie ein Mutterboden-Kies-Gemisch aus dem Schulinnenhof nach draußen. Einmal quer über den Flur. Denn was bislang nicht begehbar und nur aus dem Fenster zu betrachten war, ist aktuell das Herz der Banzkower Großbaustelle. Der Boden muss weichen, demnächst sollen dort die Schüler sich ihre Zeit vertreiben, lernen oder vielleicht sogar ihre Zeugnisse erhalten. Ein Atrium ist geplant. Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Die Sanierung der Banzkower Regionalschule hat gerade erst begonnen. Türen und Fenster werden noch weichen, ebenso wie alle alten Leitungen. Das Inventar ist bereits raus. Fast alle Tische, Bänke und Schränke sind in die Interiemsschule umgezogen - wenige Meter über den Schulhof in geliehenen Container.

"Wir liegen sehr gut im Zeitplan und noch gibt es keine Verzögerungen", sagt Bürgermeister Ralf Michalski. Das sei vor allem den Gemeindearbeitern, aber auch den Lehrern und voran Schulleiterin Carola Silbernagel zu verdanken. "Sie waren alle in den vergangenen Tagen sehr fleißig und haben das wirklich super gelöst", betont der Bürgermeister. Bei der finanziellen Planung gibt es jedoch einige Tiefschläge, die er in den vergangenen Tagen hinnehmen musste. "Corona hat auch hier ein Wörtchen mitzureden und bringt die Planung für die Interimsschule durcheinander", sagt er und kommt auf einen sogenannten Hygieneplan zu sprechen. Der musste jetzt nachträglich auf die Corona-Bedingungen angepasst werden und bringt einige zusätzliche Investitionen mit sich. So müssen in den Toiletten zusätzliche Papierhandtuch- und Desinfektionsmittel-Spender angebracht werden, was noch zu den kleineren Posten zählt. Ebenso müssen alle Fluchtwege ertüchtigt werden, dass sie als zusätzliche Ein- und Ausgänge dienen. "Wir müssen laut jetzigem Stand gewährleisten können, dass es verschiedene Ein- und Ausgänge gibt und die Schüler nicht alle durch eine Tür ins oder aus dem Haus gehen. Ein Ringsystem ist gewünscht", so der Bürgermeister. Was sich in der Theorie unkompliziert anhört, ist in der Praxis dann doch etwas kostspieliger. Die Fluchttüren an den Leih-Containern sind so konzipiert, dass sie lediglich zu einer Seite aufgehen. Das muss geändert werden. Neue Schließanlagen und Türdrücker wurden geordert. Auch entsprechende Wege müssen gepflastert werden. Ein Punkt, der bei der Planung ebenso nicht berücksichtigt wurde, ist die Ausstattung der Container mit Strom. "Wir sind davon ausgegangen, dass alle Leitungen innerhalb verlegt werden können. Das geht aber nicht, die Leitungen müssen außen von einer in die andere Etage gezogen werden, das dann aber auch sicher in einem Spezialkasten, der sich dennoch problemlos wieder zurückbauen lässt. Wir dürfen die Container nicht anbohren. Das zählt gleich als Schaden", erklärt der Bürgermeister. Wieder mehr Arbeit und somit mehr Kosten. Diese steigen zudem auch durch das geforderte Streifenfundament, auf dem die Container-Schule jetzt steht. Ebenso wurde zuvor nicht an eine Versicherung der Interimsschule gedacht. Auch das wurde jetzt nachträglich gemacht. "Schon für die kleinste Schmiererei haften wir als Gemeinde. Das Risiko ist einfach zu groß", sagt der Bürgermeister. Wie viel Geld zusätzlich die Gemeinde für das Projekt Schulsanierung zahlen muss, kann der Bürgermeister aktuell nur schätzen. "

„Ich denke mal, wie liegen jetzt bei 100.000 Euro mehr.“
Bürgermeister Ralf Michalski

"Genau wird uns das aber der Planer im nächsten Bauausschuss erklären", so Michalski, der immer wieder betont, dass die Gemeindevertretung ehrenamtlich agiert und das Fünf-Millionen-Projekt dennoch nach besten Wissen und Gewissen betreut: "Wir bekommen eine sehr gute Unterstützung aus dem Amt, aber keiner von uns hat das vorher schon einmal gemacht, es wird immer Dinge geben, die man übersieht. Gut ist es doch, wenn wir es rechtzeitig merken." Auch dazu hat er ein Beispiel parat. Die Tafeln aus der Schule, die zum Teil auch digital sind, sollten eigentlich in die Container. Keiner hatte aber im Vorfeld hinterfragt, ob die Wände das aushalten. "Die Whiteboards sind zu schwer, wir werden jetzt Stellwände mit Tafellack streichen und dann muss im Übergangsjahr mit Kreide und Schwamm gearbeitet werden", erklärt der Bürgermeister.

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