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Lübesse Bald ist Zeit für die kleinen Nutztiere

Von KMUE | 19.12.2017, 16:00 Uhr

Rente in Sicht: Agp-Geschäftsführer Gerd Göldnitz verabschiedet sich zum 1. Januar

„Wenn die genauen Daten vorliegen, dann schaue ich sie mir gleich an“, sagt Gerd Göldnitz, legt auf und notiert noch einen Termin für die letzten Dezembertage. Es ist nur noch wenig Platz im Kalender des Geschäftsführers der Agrarproduktgesellschaft (Agp) Lübesse. Es sind nicht nur die letzten für dieses Jahr, sondern auch für seine Amtszeit. Mit der Silvesternacht ändert sich nämlich nicht nur die Jahreszahl, sondern auch das Leben des Dütschowers: Gerd Göldnitz ist dann offiziell Rentner.

„Rechnerisch wäre schon im Mai Schluss gewesen, doch ich mache das Jahr voll – das habe ich versprochen.“ Landwirt sei man nicht nur für eine bestimmte Zeit, sondern „das ganze Leben lang“, versichert er und erzählt von seinen Kindertagen. Auf dem Lande aufgewachsen, war für Gerd Göldnitz sehr früh klar: „Ich werde Landwirt, Förster oder Gärtner.“ Nach dem Abitur mit Berufsausbildung zum Rinderzüchter zog es ihn zum Studium nach Rostock. Abschluss: Diplom-Agraringenieur für Tierproduktion. 1979 begann er beim Volkseigenen Gut Tierzucht Banzkow, wurde später Leiter der Rinderproduktion der Agp Lübesse und war die vergangenen zehn Jahre als Geschäftsführer tätig. Der Betrieb, der seit 25 Jahren besteht, bewirtschaftet rund 1900 Hektar Ackerland, besitzt 300 000 Mastplätze für Hähnchen und rund 1000 Milchkühe.

„Melken war aber nicht so mein Ding, deshalb habe ich die Jungrinder gewählt“, sagt Göldnitz. Zu Schweinen hatte er nie wirklich einen Bezug. „Und mit Geflügel bin ich erst hier bei der Agp in Kontakt gekommen. Lieblingstier ist und bleibe das Rind. Bei Pflanzen sei es schwierig. „Vielleicht die Sonnenblume und der Mais. Letzteres berufsbedingt“, sagt Gerd Göldnitz.

Zwar sind die meisten seiner Schränke und Regale bereits ausgeräumt, wie es aber mit der Agp weitergeht, ist Gerd Göldnitz nicht egal. „Ich bin ab Januar nicht mehr Geschäftsführer, aber ich werde immer mit dem Unternehmen verbunden bleiben“, sagt er. Gelegentliche Besuche seien schon versprochen. Und einige Aufgaben, wie beispielsweise den Jahresabschluss, hat er sich schon in den neuen Kalender getragen. Gerd Göldnitz will und muss auch weiterhin bei landwirtschaftlichen Themen mitreden. Denn unter anderem sein Amt als Vize-Vorsitzender des Landesbauernverbandes verlange „auf der Höhe der Zeit bei Agar-Themen zu sein.“

Auch wenn er sich nun nicht mehr um Rinder und Geflügel kümmern muss, so bleibt ihm eine Tierart erhalten. Gerd Göldnitz ist Imker und für die Familie sei dann auch endlich mal mehr Zeit: „Meine Frau wird sich freuen, wenn ich die Freizeit nicht mehr nach dem Terminkalender planen muss.“