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Stadt weist auf verkehrstechnische Probleme hin Bahn macht Übergänge in Crivitz dicht

Von Heidrun Pätzold | 17.02.2011, 12:37 Uhr

Die Deutsche Bahn will im Zuge der Sanierung ihres Streckennetzes von Rehna nach Parchim im Bereich Crivitz zwei Bahnübergänge schließen und zurückbauen. Erste Tatsachen hat sie bereits geschaffen.

Die Deutsche Bahn will im Zuge der Sanierung ihres Streckennetzes von Rehna nach Parchim im Bereich Crivitz zwei unbeschrankte Bahnübergänge schließen und zurückbauen. Die Strecke ist dann so ausgelegt, dass statt der bislang 60 künftig 100 Kilometer pro Stunde gefahren werden können (SVZ berichtete).

Betroffen von den Plänen der Bahn sind die Bahnübergänge im Zapeler Weg und am Feldweg in unmittelbarer Nähe des Arboretums.

Am Übergang beim Arboretums hat die Bahn bereits erste Tatsachen geschaffen. Bürgermeister Ulrich Güßmann: "Sie hat Schotter anfahren lassen und damit den Zugang über den Feldweg versperrt." Über diesen Weg ist der Landschaftspark dann später nicht mehr zu erreichen. Der Haupteingang des Arboretums aber bleibt an dieser Stelle. Besucher gelangen zu Fuß über die Liebesallee oder mit dem Auto über Crivitz-Ausbau und über eine Brücke zu dem großen Eingangstor.

Dem Vorhaben der Bahn, den Übergang am Arboretum zu schließen, kann die Stadt zustimmen. Nicht zustimmen will sie beim Bahnübergang im Zapeler Weg. Dieser soll lediglich für Fahrradfahrer oder Fußgänger durchlässig sein, nicht mehr für Autos, so sehen es die Pläne der Bahn vor. Die Stadtvertreter geben dafür kein grünes Licht, sie stellten den Antrag auf Einziehung des Weges, wie es im Amtsdeutsch heißt, vorerst zurück. Güßmann begründet das: Einwohner des Wohngebiets Trammer Straße nutzen den Bahnübergang als kürzeste Verbindung ins Stadtzentrum. Nicht nur Crivitzer nehmen diesen Verbindungsweg, auch viele Zapeler.

Der Bürgermeister weist in diesem Zusammenhang noch auf ein anderes Problem hin: Der Bahnübergang Zapeler Weg ist bislang auch für Rettungswagen der Feuerwehr eine Möglichkeit, auf schnellem Weg ins Wohngebiet Trammer Straße zu kommen, wenn die Hauptstraße gesperrt oder dicht ist. "Diesen Ausweichweg würde es dann nicht mehr geben." Gleichwohl, das weiß auch das Stadtoberhaupt, ist die Verbindung noch nie ein offizieller Weg gewesen. Denn offiziell führt der Weg vom Wohngebiet Trammer Straße durch den Bahntunnel ins Stadtzentrum.

Völlig ungeklärt sei die Zufahrt zu den anliegenden Grundstücken (Gartenflächen und Ackerland) im Zapeler Weg, erklärt Güßmann weiter. Diese müssten aber über einen öffentlichen Zugang erreichbar sein. Deshalb ist es aus Sicht der Stadt notwendig, das die Bahn eine verkehrstechnische Lösung auf den Tisch legt. Dann werde man erneut in der Stadtvertretung beraten.

Die Stadt könnte sich zwei Lösungen vorstellen: Mit dem Bau einer Brücke im Gewerbegebiet in der Parchimer Straße würde es eine zweite Abfahrt aus dem Wohngebiet Trammer Straße geben, und zudem könnten die Transportfahrzeuge von Tramm so gleich auf die Umgehungsstraße fahren. Oder: Die Bahn errichtet eine Halbschrankenanlage im Zapeler Weg. Beide Varianten hat die Kommune der Bahn mitgeteilt, beide habe sie abgelehnt.

Die Kommune hatte im Sommer vorigen Jahres erwogen, gegen die Schließung des Bahnübergangs Zapeler Weg zu klagen. "Das hätte die Stadt aber tausende Euro gekostet. Das Geld haben wir nicht", sagt Güßmann. Deshalb sah sie von einer Klage ab.

Nicht viel ändern werde sich im Zuge der Streckensanierung am Bahnübergang in der Liebesallee. Hier wird das vorhandene Drehkreuz modernisiert, so dass Wanderer weiterhin zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Übergang passieren können. Der Bahnübergang bei Krudopp hingegen - bislang unbeschrankt - erhält eine Halbschrankenanlage.