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Schweriner Vogel-Exkursion Auf Vogelpirsch inmitten der Stadt

Von thme | 29.03.2018, 12:00 Uhr

Naturschützer Ulf Bähker bringt Schwerinern die Schönheiten von Flora und Fauna näher und sensibilisiert sie für den Umweltschutz

Besonders die gefiederten Freunde haben es Ulf Bähker angetan. Die kleinen wie die großen. Und das schon so lange, wie der gebürtig aus Lingen im Emsland Stammende sich erinnern könne, wie er sagt. „Die Ornithologie, also Vogelkunde, ist mein Hobby. Umweltbildungsarbeit und praktischer Naturschutz sind mir ein Herzensbedürfnis“, bekennt der 46-Jährige, während er am Zippendorfer Strand das lichtstarke Spektiv justiert. Das besondere Fernrohr hat er aus der Naturschutzstation geholt, wo er als Mitarbeiter des Nabu angestellt ist. Zum Landesteam der Naturschützer gehört er seit elf Jahren.

Begeisterung schwingt in seiner Stimme mit, als er den Exkursionsteilnehmern berichtet, einen Schellenten-Erpel im Okular zu haben. Eigentlich geht es an diesem kühlen Tag um die Haubentaucher-Balz auf dem Schweriner See. Doch auch jeder andere Gewässerbewohner ist gern gesehen. So tummeln sich zwischen Schilf und Freiwasser unter anderem Stockenten, Bleßrallen und Haubentaucher. Als Freilichtkino sozusagen.

„Statt mich daheim vor den Fernseher zu setzen, nehme ich lieber an der Vogelpirsch teil. Das ist weitaus spannender und vor allem viel lehrreicher. Außerdem komme ich so an die frische Luft“, erzählt Uwe Klaut. Seit 35 Jahren habe er einen Garten, verrät der 67-Jährige. Und mindestens ebenso lange interessiere er sich schon für die heimische Vogelwelt. „Ich kenne dort jeden Piepmatz. Da ich als Rentner nun ein bisschen mehr Zeit habe, kann ich sie mir besonders für Streifzüge durch die Natur einteilen“, betont der gebürtige Schweriner und zieht seinen schwarzen Western-Lederhut, der dem ehemaligen Techniker eine gewisse Verwegenheit verleiht, tiefer ins Gesicht. Außerdem liebe er es, mit Gleichgesinnten zusammen zu sein. „Die Touren mit Ulf Bähker sind sehr gut. Man erfährt viel und der Spaß kommt auch nie zu kurz“, sagt der rüstige Senior. Man lerne in der Truppe auch immer andere Menschen kennen. Gleichgesinnte, mit denen man sich austauschen könne. „Es befriedigt und beglückt mich zugleich, wenn ich mir die Welt um mich herum erklären kann. Genau zu wissen, welcher Vogel singt oder gerade vorbeifliegt, ist wahrscheinlich einem gewissen Ehrgeiz geschuldet, der mich immer schon im Leben angetrieben hat.“

Auf den Wanderungen Begeisterung zu wecken, darum gehe es ihm, betont Ulf Bähker, der nach eigenem Bekunden bei optimalen Bedingungen und aller Bescheidenheit, wie er schmunzelnd gesteht, 300 Vogelarten in Bild und Ton sicher ansprechen und bestimmen könne. Gruppen bis zwölf Personen seien für Exkursionen optimal, denn zu groß bedeute oftmals auch, dass das Interesse schnell erlahme. Weil die Wartezeiten, um durch die professionelle Optik schauen zu können, dann einfach zu lang würden. Schließlich sei die Technik ja auch zu kostspielig, um sie sich privat zu leisten. Aber eben notwendig, wenn man gute Aus- und Einblicke haben wolle. „In der Natur gibt es immer etwas Interessantes zu entdecken. Mit dem Blick durchs Spektiv gelingt es oft, Kinder, Jugendliche und Erwachsene für die Belange des Naturschutzes zu öffnen. Denn nur was man kennt, kann man auch lieben und schützen.“