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Zeitung für die Landeshauptstadt Amt greift tief in die Tasche

Von naho | 16.01.2019, 10:58 Uhr

Nach der ungewöhnlichen Abberufung des leitenden Verwaltungsbeamten in Stralendorf hat die Behörde nun zwei hoch bezahlte Posten

Er ist eine Art Rückkehrer: Gestern übernahm Maik Helterhoff den Posten des Verwaltungschefs in Stralendorf. Der 42-jährige Wittenburger löst damit Sven Borgwardt ab, der die Geschäfte seit acht Monaten kommissarisch führt.

Damit gibt es in Stralendorf innerhalb von vier Jahren wieder einen Wechsel an der Verwaltungsspitze. Im vergangenen Jahr wurde der leitende Verwaltungsbeamte Frank Bierbrauer-Murken vom Amtsausschuss, der aus den neun Bürgermeistern und weiteren Gemeindevertretern besteht, abberufen. „Ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang“, sagt Helmut Richter, stellvertretender Amtsvorsteher und Bürgermeister von Stralendorf.

Der Fall ist so speziell, dass in einem aktuell laufenden Gerichtsverfahren geklärt wird, ob der Amtsausschuss den leitenden Verwaltungsbeamten überhaupt abberufen kann. Laut Satzung ist eine solche Abberufung nur für den ehrenamtlichen Amtsvorsteher vorgesehen.

Bierbrauer-Murken wurde damals innerhalb der Verwaltung versetzt. Heute ist er für die Rechtsangelegenheiten des Amtes zuständig und wird dafür äußerst gut bezahlt. Da er durch eine Versetzung laut Beamtengesetz keine Nachteile erleiden dürfe, wird er weiterhin mit der Besoldungsgruppe des leitenden Verwaltungsbeamten vergütet. Auch das ist eher ungewöhnlich. In der Regel erhält der Amtsleiter mindestens eine höhere Besoldungsstufe als seine Mitarbeiter.

Rückkehrer Helterhoff ließ an seinem ersten Arbeitstag keine Zeit verstreichen. Eine Stunde nach seiner offiziellen Einführung am Dienstag sitzt er mit seinen Referatsleitern zusammen und lässt sich über Vorhaben informieren. Drei Schwerpunkte sieht er in seiner kommenden Tätigkeit. „Ich werde die Kommunikation innerhalb der Verwaltung und mit den Bürgermeistern verbessern“, sagt Helterhoff, der sich bereits 2015 um den Posten bemühte. Damals wählte der Amtsausschuss jedoch Bierbrauer-Murken.

Personalentwicklung ist ein weiteres großes Thema innerhalb des Amtes. So rollt auch auf die Stralendorfer Verwaltung eine Verrentungswelle zu. Allein 2021 gehen sieben Mitarbeiter in den Ruhestand. Um dem entgegen zu wirken, soll mehr Platz für Nachwuchs geschaffen werden. Im Frühjahr soll deswegen die Amtsscheune ausgebaut werden.

Ein weiteres Großprojekt ist die Sanierung des Schulzentrums in Stralendorf. Bürgermeister Richter kündigte noch vor dem Sommer ein umfassendes Konzept an, wie die Schule in Zukunft aussehen soll. Damit sollen dann Fördermittel eingeworben werden. Und zuletzt steht die Neuordnung der Software des Amtes an.

Für den verwaltungserfahrenen Maik Helterhoff war die Position in Stralendorf ein Wunschposten. „Ich habe nach neuen Aufgaben gesucht. Nach 19 Jahren in Schwarzenbek und weiteren 19 Jahren, die vor mir liegen, war jetzt der richtige Zeitpunkt“, sagt der Beamte. In Schwarzenbek kümmerte er sich bereits um die Personalangelegenheiten und leitete das Bauamt, zwei wichtige Posten in einer Verwaltung.

Den Ausgleich zur Büroarbeit und einen freien Kopf holt sich Helterhoff auf den Feldern und Wäldern rund um Wittenburg, wenn er sich seine Laufschuhe anzieht und seine Runden dreht. Zudem steht er dreimal wöchentlich als Co-Trainer der D-Jugend des Wittenburger Sportvereins neben dem Spielfeld. „Die Jungs sind auf Zack. Wir spielen in der Kreisoberliga“, sagt Maik Helterhoff stolz.