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Ungewohnte Ruhe im Schweriner Zoo Alles andere als Routine

Von CHRI | 05.12.2016, 05:00 Uhr

Tierpfleger versuchen mit zahlreichen Maßnahmen, einem Ausbruch der Vogelgrippe vorzubeugen

Ruhig ist es in den vergangenen Tagen im Zoo, kaum ein Besucher ist zu sehen und auch die Tiere haben sich in ihre Behausungen zurückgezogen – wenn auch eher unfreiwillig. Denn die Angst vor der Vogelgrippe macht auch vor dem Schweriner Tierpark nicht Halt.

„Fremde Wasservögel stellen momentan das größte Risiko dar“, erzählt Zoo-Direktor Dr. Tim Schikora. „Deswegen müssen wir die Teichanlage nach Möglichkeit komplett trockenlegen.“ Zusätzlich wird ein Bereich für die eigenen Gänse und Enten zur besseren Kontrolle geschaffen. „Wir müssen dafür sorgen, dass das Areal für die Wildvögel unattraktiv wird.“

Auch die Humboldtpinguine bekommen oft Besuch von auswärtigen Möwen, die von der Fütterung angelockt werden. Daher wird das Becken mit einer Plane überspannt. Eingesperrt werden sollen die Pinguine nicht, denn dann sind sie besonders anfällig für Lungenkrankheiten. „Leider beißt sich in vielen Bereichen der Seuchen- mit dem Tierschutz“, kritisiert Schikora, der auch bei den Vogelvolieren Planen zur Abdeckung eingesetzt hat.

Die angeordnete Stallpflicht für Laufvögel und Geflügel sorgt dafür, dass die Störche im leeren Anbau vom Tigergehege, die Marabus im leeren Zebrastall und die Strauße im Giraffenstall eine neue Bleibe gefunden haben. Auch die Pelikane und die Flamingos sind in ihren Ställen untergebracht. Doch besonders die Strauße und Emus brauchen Auslauf, werden in der Gruppe schnell aggressiv. „Wenn die Pfleger das Gehege putzen, bekommen die Tiere am Nachmittag unter Aufsicht Ausgang. Dafür haben wir den Freibereich reduziert“, erklärt der Zoo-Direktor. „Das ist eine von zwei Ausnahmeregelungen für den Tierpark.“

Die zweite ist die Einteilung des Zoos in Seucheneinheiten – zehn insgesamt. „Im Ernstfall müsste dann nur die Vögel aus der betroffenen Einheit gekeult werden und wir können so viele Tiere wie möglich retten“, so Schikora. Die Tierpfleger bewirtschaften immer nur eine Einheit und sind mit Desinfektionsmatten, Seuchenschuhen und Wechselkleidung ausgestattet. Zusätzlich sind sie sensibilisiert worden, beim täglichen Rundgang nach infizierten Tieren zu gucken.