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Schwerin Adeliger Familienzuwachs

Von Volker Raab | 10.03.2018, 16:00 Uhr

Simone Buchholz hat ein Herz für Leonberger und züchtet sie seit sieben Jahren.

Leicht tollpatschig fällt Cara Blue aus dem Bett. Noch nicht ganz wach vom Mittagsschlaf beschnuppert der zwölf Wochen alte Welpe seine Gäste und geht dann ohne großes Aufsehen an die frische Luft. Cara Blue ist nicht irgendjemand, sie ist eine Löwin von Zuarin – und der jüngste Spross der Leonberger-Dynastie von Simone Buchholz. Die Schwerinerin züchtet seit sieben Jahren Hunde der Rasse Leonberger. Der Name, Löwen von Zuarin, ist eine Widmung an Buchholz Heimat Schwerin: „Zuarin ist der Name der slawischen Burg, ich möchte damit meine Heimatverbundenheit ausdrücken.“

„Unseren ersten Hund hatten mein Mann und ich 2008. Zeitgleich traten wir dem Deutschen Club für Leonberger Hunde bei“, erzählt die 47-Jährige. Drei Jahre später folgte dann die zweite Hündin: Vita vom Kaniberg, die Oma von Cara Blue. „Vita hat ein unheimlich starkes Wesen. Sie ist cool, lässig und ausgeglichen – die typischen Merkmale eines Leonbergers“, erklärt die Schwerinerin. Ziemlich bald stand dann fest, dass Buchholz Hunde züchten möchte. Im Verein tauschte sich die Hundemama mit Gleichgesinnten und Erfahrenen aus und reiste zu vielen Ausstellungen. „So einfach, wie es klingt, ist die Zucht nicht. Dafür sind viele Prüfungen notwendig“, erklärt die Schwerinerin.

Denn: Nicht jeder Hund eignet sich zur Zucht. Neben äußerlichen Voraussetzungen wie einem einwandfreien Gebiss oder einem geraden Schwanz ist es auch wichtig, dass die potenzielle Zuchthündin keine Gendefekte hat. „Der Prozess bis zum ersten Wurf ist langwierig und kostenintensiv. Aber es macht unheimliche Freude“, sagt Buchholz. Stammesmutter Vita vom Kaniberg erfüllt all diese Kriterien– und bekam zweimal Nachwuchs. „Nach 18 Welpen und fünf Jahren darf unsere Hundeoma jetzt ihren Ruhestand genießen“, erzählt sie.

Unter den Welpen von Vitas zweitem, dem B-Wurf, war auch Cara Blues Mutter Bluebell-Donna. Die lebt seit ihrer Geburt mit Oma und der frisch geborenen Tochter bei Buchholz. Alle anderen Brüder und Schwestern hat die Hundezüchterin in verantwortungsvolle Hände abgegeben. „Mir geht mit der Zucht nicht ums Geld verdienen. Wenn ich meine Babys schon abgeben muss, dann nur an Menschen, die auf der gleichen Wellenlänge mit mir sind.“ So sei es schon einige Male dazu gekommen, dass sie mögliche Abnehmer ohne einen Welpen nach Hause geschickt hat. Diejenigen, die sich über einen Hund aus der Buchholzschen Zucht freuen durften, hatten dafür auch zum Teil eine lange Reise in Kauf genommen: Einige von Cara Blues Tanten leben mittlerweile in den USA, in Kanada und in Österreich.

„Am schönsten wäre es, meine Hunde später auf Ausstellungen zu sehen“, sagt Buchholz. „Nur zum rumliegen, dafür sind die Leonberger zu schade. Sie sind für mehr berufen.“