Friedrichsmoor : Wenn der Wald ruft

Am sonnigen Sonntag kamen tausende Besucher zum Jagdschloss bei Friedrichsmoor.
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Am sonnigen Sonntag kamen tausende Besucher zum Jagdschloss bei Friedrichsmoor.

Beim Holz- und Waldtag stand das Grün im Mittelpunkt: Tausende Besucher erleben Natur und Handwerk in Friedrichsmoor

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02. September 2018, 21:00 Uhr

Mit grobem Werkzeug zieht er feine Furchen in das Holz: Nico Pingel ist eine der Hauptattraktionen auf dem Holz- und Waldtag in Friedrichsmoor. Gekonnt fertigt er aus einem großen Stück Baum einen kunstvollen Stuhl, dessen Lehne ein Laubblatt darstellt. Anfangs sägt er mit lautem Getöse noch mit der großen Kettensäge, schneidet den Klotz zurecht. Am Ende hat die kleine Handkettensäge nur noch ein wenige Zentimeter großes Sägeblatt. Damit bearbeitet er detailreich letzte Rundungen. Dann ist es fertig. Das Werk, das sich der Kettensägenschnitzer zuvor im Kopf vorstellte, steht vor ihm und soll auch gleich versteigert werden.

Wie riecht der Wald?

Ein paar Stände weiter erklärt Förster Hannes Koopmann den Kindern Fenja (8) und Benjamin (4), wie der Wald riecht. An seinem Waldmobil hat der 31-Jährige verschiedene Stationen aufgebaut, an denen Besucher die Natur hautnah erleben können. In einem Holzkasten sind beispielsweise Gerüche konserviert, die die Tester erraten können. „Viele kennen die heimischen Pflanzen und wissen die richtigen Antworten“, sagt der Forstingenieur, der im Bereich Jasnitz für das Landesforstamt arbeitet. Bei der „Spätblühenden Traubenkirsche“ kommen aber auch Naturkenner ins Grübeln. Kein Wunder, das Gewächs ist noch ein Neuankömmling in den Wäldern der Lewitzregion. „Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Soldaten als Brennholz aus Nordamerika eingeführt“, sagt der Forstmann.

Den Wald riechen und fühlen:  Förster Hannes Koopmann erklärt Fenja (8) und Benjamin (4), wie das geht.
Marco Dittmer
Den Wald riechen und fühlen: Förster Hannes Koopmann erklärt Fenja (8) und Benjamin (4), wie das geht.
 

Rund um das Jagdschloss haben beim 16. Holz- und 10. Waldtag mehr als 100 Händler ihre Stände aufgebaut. Neben jede Menge Holz von gehakt, gesägt bis geteilt, gab es für die Besucher bei viel Sonnenschein jede Menge zu erleben. So sorgten die Kletterbäume für Schwindelgefühle bei Kindern und die vielen Anbieter von Wildspezialitäten für satte Besucher.

Auf der Aktionsfläche nahe der Kettensägenkünstler stand auch Schmiedemeister Henry Francke. Der 71-Jährige brachte auf seiner Feuerstelle ein Stück Eisen bei mehr als 800 Grad zum Glühen. Windspiele oder Verzierungen von Gartenzäunen stammen aus der Hand des Kunstschmiedes, der als Schmied mehr als 50 Jahre hinter dem Amboss stand.

Natur und Handwerk sollen auch im nächsten Jahr wieder im Mittelpunkt des Holz- und Waldtages in Friedrichsmoor stehen, dann können die Organisatoren wieder auf tausende Besucher hoffen.

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