Holthusen : Welches Korn hat Zukunft?

Wie schaut es im Inneren aus? Landwirt Michael Pahlow (M.) schaute es nicht genauer an.
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Wie schaut es im Inneren aus? Landwirt Michael Pahlow (M.) schaute es nicht genauer an.

Neue Sorten, Düngung und Pflanzenschutz: Landwirte informieren sich auf Testfeldern bei Holthusen über Raps und Getreide.

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05. Juni 2019, 12:00 Uhr

„Ein, zwei, drei vier, fünf… Das sieht gar nicht so schlecht aus“, sagt Landwirt Michael Pahlow und nimmt den Raps ganz genau unter die Lupe. Die Pflanzen wachsen aber nicht auf seinem eigen Feld. Er ist zu Besuch bei der Nachbarin, wie gut zwei Dutzend andere Landwirte, Anbauberater und Getreidehändler aus der Region. Denn auch in diesem Jahr hat Brigitte Roost-Krüger von der Agrargemeinschaft Holthusen gemeinsam mit der KWS, einem Pflanzenzüchtungs- und Biotechnologie-Unternehmen aus dem niedersächsischen Einbeck, Versuchsfelder angelegt. Warum? „Die Landesversuche finden stets auf sehr guten Böden statt. Doch die haben wir hier nicht und das bringt mir dann auch nichts“, sagt die Holthusener Landwirtin. So entschied sie sich vor acht Jahren, das selbst anzubieten. „Das war eine sehr gute Entscheidung, denn so weiß ich gleich, was auf sandigen Böden gedeihen kann“, schiebt sie hinterher. So wachsen in diesem Jahr auf fünf Schlägen wieder unterschiedliche Sorten Wintergerste, Winterweizen, Winterroggen, Wintertriticale, Winterraps und Mais. Einiges mit vielversprechendem Erfolg. Dass das auch eine große Portion Mehrarbeit für den Betrieb bedeutet, will Brigitte Roost-Krüger nicht kleinreden, doch: „Es lohnt sich und es ist auch eine gute Gelegenheit, sich mit anderen auszutauschen.“ Einer der Hauptgründe, warum der Langen Brützer Bauer Mario Reich gestern nach Holthusen kam: „Es lässt sich immer etwas mitnehmen, kein Betrieb ist wie der andere, aber dennoch plagen uns oft die gleichen Probleme.“

Aufmerksam hat der Landwirt auch den Worten von Johannes Peter Burmeister gelauscht. Der Mitarbeiter der Ceravis AG gab einen Überblick zur aktuellen Entwicklung auf dem Getreide- und Rapsmarkt. Er erklärte anhand der Zahlen, dass die Gerste durchaus wieder gefragt ist und Potenzial hat. Gut für Mario Reich. Denn auf seinen Flächen um Langen Brütz hat er Vermehrungsgerste. „Das gibt wieder ein bisschen Hoffnung. Jetzt muss es nur noch regnen“, sagt er mit Nachdruck.

Dieser Sommer scheint wieder einige Herausforderungen mit sich zu bringen: „Gegen den Wassermangel können wir nichts tun, aber die Wurzelentwicklung ist gut, wir hoffen, dass auch die Körner dick werden“, sagt KWS-Gebietsleiter Maik Steinhauer. Er betreut die Landwirtschaftsunternehmen in der Region und weiß auch um die Sorgen der Bauern vor Ort. Gestern stellte er die verschiedenen Rapsversuche vor. Renate Frömke, Pflanzenanbauberaterin der ATR, hörte interessiert zu. „Ich bin zwar einmal in der Woche hier und schaue mir die Felder an, doch bei so einem Feldtag lernt man immer wieder dazu“, versichert sie. Denn wie es um die Beize und den Pflanzenschutz bestellt ist, erklärte KWS-Beratungsstellenleiterin Claudia Wilke. Denn immer mehr Verbote kommen. Zudem verwies sie auf das KWS-Mais-Monitoring, für das sich Landwirte mit KWS-Saatgut noch bis zum 15. Juni anmelden könne. Satellitengesteuert wird wöchentlich eine teilflächenspezifische Analyse zur Silomaisabreife gegeben.

Hintergrund: Getreideernten im Land

Ernte-Vergleich 2017/2018 in 1000 Tonnen

  • Weizen: 2682/1961 (-26,9 %)
  • Roggen: 279/192 (-31,1%)
  • Gerste: 969/670 (-30,8 %)
  • Hafer: 34/38 (+9,2 %)
  • Triticale: 67/61 (-9,3 %)
  • insgesamt: 4031/2922 (-27,9 %)

Quelle: Ceravis AG

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