Protest in Schwerin : Sternmarsch gegen den Wind

Auch Windkraftgegner aus Wessin und Umgebung werden am Freitag in Schwerin demonstrieren.
Auch Windkraftgegner aus Wessin und Umgebung werden am Freitag in Schwerin demonstrieren.

Wessiner und Aktionsbündnis Freier Horizont fordern Moratorium zur Windkraft

svz.de von
16. Mai 2019, 05:00 Uhr

Die Windkraftgegner von Wessin wollen am 17. Mai ihre Freitags-Demonstration nach Schwerin verlegen. Zu diesem Sternmarsch haben sie alle aufgerufen, die gegen einen weiteren Ausbau der Windkraft in der Region sind. An dem Protest wird sich auch das Aktionsbündnis „Freier Horizont“ beteiligen. Die Demonstranten fordern ein Moratorium von der Landesregierung. Bis zu einem Beschluss des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg (RPV) soll der Bau von Windkrafträdern ausgesetzt werden. Die Bürgerbeteiligung für diesen Beschluss endete am vergangenen Freitag. Bis alle Einwendungen verarbeitet wurden, könnten zwei Jahre vergehen, befürchten die Anwohner der Windeignungsgebiete. Bis dahin gilt das einfache Baurecht: Investoren müssen für die Errichtung von Windrädern nur einen Antrag beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) stellen. Für Windparks unter 16 Anlagen ist normalerweise keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. „Inzwischen liegen schon 73 Anträge beim Stalu vor“, beklagt die Crivitzer Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm, die die Freitagsdemos zusammen mit ihren Bürgermeisterkollegen aus Barnin, Zapel und Friedrichsruhe initiiert hat. Die Stadt Crivitz fordere die Entprivilegierung der Windkraft, die bisher im Baugesetzbuch festgeschrieben ist. Die Neuausweisung von Windeignungsgebieten solle durch die Gemeinden gesteuert werden können.„Wir werden von der Landesregierung verschaukelt. Die Bürgerbeteiligung wird nichts mehr bewirken“, so Alexander Gamm. In Schleswig-Holstein gebe es bereits ein entsprechendes Gesetz.

Das Stalu informierte unterdessen darüber, dass für die Errichtung von vier Windkraftanlagen der Firma „naturwind schwerin“ im Eignungsgebiet Plate eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist. Die Windräder mit einer Höhe von 223 Metern sollen noch 2019 in Betrieb genommen werden. Das öffentliche Beiteiligungsverfahren beginnt am 27. Mai. Die Plater Ärztin Petra Pöhler hat in einer siebenseitigen Stellungnahme im Beteiligungsverfahren des RPV ihre Bedenken wegen fehlender Studien zum Infraschall geäußert. Der 118. Ärztetag habe auf besorgniserregende Studien aus anderen Ländern hingewiesen.

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