Cramonshagen/Dalberg : Sorge um die Dalbergkuhle

Nicht nur Frank Wartenberg macht sich Sorgen um die Wasserqualität der Dalbergkuhle, auch andere Anwohner.
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Nicht nur Bernd Wartenberg macht sich Sorgen um die Wasserqualität der Dalbergkuhle, auch andere Anwohner.

Gewässerschauen in der Region: Zu starke Nitratbelastung des Sees bei Dalberg. Stepenitz hat zu hohen Wasserstand

svz.de von
28. März 2019, 20:00 Uhr

Zur Gewässerschau in den Gemeinden Cramonshagen und Dalberg-Wendelstorf am Mittwoch gab es auch gleich Wasser von oben. Im gesamten März hatte der Wasser- und Bodenverband im Bereich der Stepenitz und seines 20 Kilometer langen Nebenflusses Maurine Mitglieder, Eigentümer, Anlieger, Nutzungsberechtigte von Gewässer- und Ufergrundstücken, Fischereiberechtigte, Jagdpächter, Inhaber von Wasserrechten, Verbände und Interessierte zur Begutachtung eingeladen. Für Cramonshagen war Frank Oldorf dabei, in der Gemeindevertretung für die Gewässer verantwortlich. Zur Schau kamen ebenfalls Andrea Bruer, Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes Stepenitz-Maurine, Vertreter des Amtes Lützow-Lübstorf sowie Anwohner Frank Wartenberg. Joachim Scheffler, Vorstand der Landwirtschaftlichen Erzeugergemeinschaft Cramonshagen, die einen Großteil der Ackerflächen in der Gemeinde bewirtschaftet, war nicht dabei.

„Hauptgrund für die Begehungen ist die Überprüfung, ob die Abflüsse und Drainagen der Gräben funktionieren“, erläutert Frank Oldorf. Über die Gräben wird das Oberflächenwasser von den landwirtschaftlich genutzten Flächen in die Flüsse geleitet. „Das war alles unproblematisch.“ Erst im nächsten Winter werde die Entkrautung eines Grabens notwendig.

„Auffällig ist jedoch der hohe Wasserstand der Stepenitz. Der Cramoner See hat seinen zu niedrigen Wasserpegel seit der Trockenheit im letzten Sommer noch nicht angleichen können. Die Stepenitz fließt aus dem Cramoner See in Richtung Mühlen Eichsen und ist zehn Zentimeter höher als erwartet.“ Über die Ursache herrsche Unklarheit. Eine Möglichkeit könnte sein, dass die neue Fischtreppe zu viel Wasser durchlasse. Für die Treppe wurden verschiedene Hindernisse wie Wehre und Vorsperren zurück gebaut.

Trotzdem die Stepenitz mit diesem hohen Wasserstand weiter in die Dalbergkuhle fließt, machen sich Anwohner und Angler große Sorgen um die Wasserqualität dieses Sees bei Dalberg. „Im Sommer kippt der See schnell um. Es bilden sich sehr viele Algen“, erklärte Frank Wartenberg, der in der Gemeinde Dalberg-Wendelstorf an der Stepenitz wohnt. Der See sei so schön, doch dadurch könne man im Sommer nicht darin baden. „Die Algen nehmen den Fischen den Sauerstoff, dadurch sterben sie“, ergänzt Ludwig Puskeiler, Chef der Cramonshagener Anglervereinigung, die die Dalbergkuhle bewirtschaftet.

„Grund dafür ist die hohe Nitratbelastung durch die landwirtschaftlichen Flächen“, sagt Frank Oldorf, der ebenfalls in der Dalbergkuhle angelt. „Vor allem der Gadebuscher Bach fließt durch ein Gebiet mit intensiver Tierhaltung, wo viel Gülle anfällt.“ Gerade wäre eine große Anlage für die Rinderhaltung bei Drieberg genehmigt worden. Dem Cramoner See mache das nicht so viel aus, der isei zwölf Meter tief. Aber die Dalbergkuhle ist flach.

„Wir möchten uns nach der Kommunalwahl mit den Gemeindevertretern von Cramonshagen und Dalberg-Wendelstorf sowie dem Wasser- und Bodenverband zusammen setzen und uns eine Lösung für die Dalbergkuhle überlegen“, so Oldorf. Vielleicht könnte der See mit Hilfe von Fördermitteln entschlammt werden.

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